ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2003Arzneimittel: Irreführend
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LNSLNS Im Artikel heißt es unter Antworten auf häufige Fragen: „Proleukin ist nur zur intravenösen Behandlung des metastasierten Nierenzellkarzinoms zugelassen.“ Diese Aussage ist nicht korrekt. Richtig ist, dass das Arzneimittel Proleukin in identischer Zusammensetzung mit dem Wirkstoff Aldesleukin unter dem Handelsnamen Proleukin S bereits seit September 2001 auch „zur subkutanen Anwendung“ und damit neben der intravenösen Behandlung auch zur s.c.-Injektion zugelassen und erstattungsfähig ist.
Die irreführende Darstellung der Verfasser hat besondere Brisanz vor dem Hintergrund, dass ein Großteil der Kostenträger im System der Gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung vor Erteilung der Zulassung auch für die Anwendungsart „subkutane Injektion“ die subkutane Anwendung von Aldesleukin als nicht erstattungsfähigem „Off-Label-Use“ eingestuft hatte. Die Art der Anwendung „subkutane Injektion“ stellt in der Praxis, aufgrund der, im Vergleich zur intravenösen Applikation, deutlich besseren Verträglichkeit und der Möglichkeit zur ambulanten Therapie, einen doch erheblichen Vorteil für die Patienten dar. Erwähnenswert in diesem Zusammenhang ist, dass die EU-Kommission mit Entscheidung vom
30. Juni 2003 das Arzneimittel „Aldesleukin zur Inhalation“ zur Behandlung des pulmonal metastasierten Nierenzellkarzinoms als Arzneimittel für seltene Leiden (Orphan Drug) ausgewiesen und unter der Nummer EU/3/03/146 in das Gemeinschaftsregister für Arzneimittel für seltene Leiden eingetragen hat.
Dr. med. O. Krieter, Linprunstraße 16, 80335 München


Stellungnahme der Autorinnen:
Unsere Aussage, dass Proleukin nur zur intravenösen Behandlung des metastasierenden Nierenzellkarzinoms zugelassen ist, ist nicht falsch. Es existiert jedoch von der gleichen Firma mit Proleukin S seit November 2001 ein Präparat, das auch zur subkutanen Behandlung zugelassen ist.
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