ArchivDeutsches Ärzteblatt41/2003Arbeitsbedingte Erkrankungen der Lungen und der Atemwege sowie Neoplasien

MEDIZIN

Arbeitsbedingte Erkrankungen der Lungen und der Atemwege sowie Neoplasien

Dtsch Arztebl 2003; 100(41): A-2658 / B-2217 / C-2083

Baur, Xaver; Latza, Ute; Butz, Martin

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LNSLNS Zusammenfassung
Ein erheblicher Anteil der Erkrankungen, die aus nahezu allen medizinischen Fächer stammen, geht nach weltweiten Studien auf spezielle arbeitsbedingte Belastungen zurück. Es werden aktuelle Berufskrankheitenstatistiken über die im Vordergrund stehenden benignen Lungen- und Atemwegserkrankungen sowie bösartigen Neubildungen dargestellt und in Zusammenhang mit der internationalen Literatur diskutiert. Spitzenreiter unter den obstruktiven Atemwegserkrankungen ist das Bäckerasthma, wohingegen unter den Pleura-/Lungenparenchymerkrankungen asbestbedingte Pleuraplaques, Bronchialkarzinome und Mesotheliome die ersten Positionen einnehmen. Da diese Krankheitsbilder heute prinzipiell vermeidbar sind, gilt es, die dafür verantwortlichen arbeitsbedingten Expositionen zu beseitigen und krankheitsbegünstigende Faktoren zu minimieren. Da das Zigarettenrauchen zum Teil zu stark ausgeprägten additiven und überadditiven Effekten führt, sollten Antitabakkampagnen unterstützt werden.

Schlüsselwörter: Bronchitis, Berufskrankheit, Atemwegserkrankung, asbestassoziierte Erkrankung, Lungenkrebs, Prävention

Summary
Occupational Lung and Airway Diseases and Neoplasms
According to investigations performed world-wide, a substantial proportion of diseases in nearly each medical discipline is caused by special occupational exposures. Current German statistics on predominant occupational benign lung and airway diseases as well as on malignancies are presented and discussed together with the international literature. In Germany baker's asthma is the leading cause among obstructive airway diseases. Asbestos-related pleural plaques, bronchial carcinomas and mesotheliomas take up top positions among pleural and lung parenchymatous diseases. In principle these afflictions are avoidable nowadays. Thus, the causative workplace-related exposures are to be eliminated and other disease promoting factors have to be minimized. Due to strong additive effects of cigarette smoking for some diseases, anti-smoking campaigns should be promoted.

Key words: bronchitis, occupational disease, airway disease, asbestosis, lung cancer, prevention

Mehrere Studien kommen übereinstimmend zu dem Ergebnis, dass bei mindestens 4 bis 10 Prozent der internistisch behandelten Patienten – einschließlich jener mit Malignomen – arbeitsbedingte Einwirkungen den wesentlichen pathogenetischen Faktor darstellen (6, 10, 13, 31). Von ähnlichen Anteilen ist auch bei Patienten aus anderen klinischen Fächer auszugehen. So werden jedes Jahr mehr als 12 000 Verdachtsfälle berufsbedingter Lärmschwerhörigkeit angezeigt. Auf mehrere Hundert Arbeitsstoffe gehen die jährlich circa 20 000 Verdachtsmeldungen berufsbedingter Hautkrankheiten zurück (8, 37). Circa 400 Allergene und Irritanzien wurden als Verursacher von Asthma und Rhinitis (18, 26), mehr als ein Dutzend Lösungsmittel als Auslöser toxischer Polyneuropathien und Enzephalopathien (7, 16) identifiziert. Etwa 30 Arbeitsnoxen können zum Teil gravierende Riechstörungen verursachen (20). Von der International Agency for Research on Cancer (IARC) wurden 87 Arbeitsstoffe, Stoffgruppen oder Tätigkeiten als gesicherte und 63 als wahrscheinliche Kanzerogene eingestuft. Dabei lösen mehr als 20 maligne Erkrankungen der Lunge und Atemwege, der Pleura, der Nasenhaupt- und -nebenhöhlen aus (27, 30).
Im Folgenden werden aktuelle Statistiken der bestätigten Berufskrankheiten der Lunge und Atemwege sowie jene maligner Art wiedergegeben. Für die weltweit häufigste Einzeldiagnose, das Asthma bronchiale, erfolgt eine Literaturauswertung und ein internationaler Vergleich, wobei insbesondere auf die identifizierten Krankheitsursachen und die betroffenen Berufsgruppen eingegangen wird.
Berufskrankheitenstatistik 2001
Laut dem letzten Unfallverhütungsbericht 2000 des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung (8) nehmen nach den Hautkrankheiten und der Lärmschwerhörigkeit Lungen- und Pleuraerkrankungen (circa 10 000 Anzeigen) und Atemwegserkrankungen (insgesamt mehr als 7 000 Anzeigen) die dritte und vierte Position ein.
Eine detaillierte Aufschlüsselung der unfallversicherungsseitig bestätigten Fälle der letzteren Gruppe ergibt für das Jahr 2001 die Berufskrankheitendokumentation (BK-DOK) des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (9). Demnach traten 1 071 im Zuständigkeitsbereich der gewerblichen Berufsgenossenschaften bestätigte Fälle einer allergischen obstruktiven Atemwegserkrankung (BK 4301; Textkasten 1) auf. Großteils waren hiervon Beschäftigte in der Backwarenherstellung (Bäckerasthma) und im Gesundheitsdienst
betroffen (Grafik 1). Als ursächliche Noxen wurden hauptsächlich Mehlstaub (n = 495), gefolgt von Nahrungs- und Futtermittelstäuben (n = 178), Naturlatex (n = 120), Obst, Gemüse, Pflanzen (n = 35), Haare, Borsten, Federn (n = 26) und eine Reihe weiterer organischer Verbindungen identifiziert.
Eine chronische obstruktive Bronchitis und/oder ein Emphysem von Steinkohlenbergleuten (BK 4111, Textkasten 1), welche erst bei Neuerkrankungen ab dem 1. Januar 1997 (Rückwirkungsklausel) als Berufskrankheit zur Geltung kommen, wurde in 544 Fällen von den gewerblichen Berufsgenossenschaften bestätigt.
Durch chemisch irritativ oder toxisch wirkende Stoffe verursachte obstruktive Atemwegserkrankungen (BK 4302, Textkasten 1) wurden 242mal festgestellt, wobei in erster Linie Schweiß- und Brennschneider (n = 38) sowie Chemiebetriebswerker (n = 27) und Friseure (n = 15) betroffen waren. Als Auslöser dominierten dementsprechend Schweiß- und Schneidrauche (n = 43); es folgten Lacke/Farben (n = 15), Lösungs- und Verdünnungsmittel (n = 14), Konservierungs- und Desinfektionsmittel (n = 10).
Isocyanate, die als Ausgangsstoffe für Schaum- und Kunststoffe, Härter für Klebstoffe, Lacke und dergleichen heute vielfältig industriell verwendet werden, wurden 62-mal als Erkrankungsursache von den gewerblichen Berufsgenossenschaften bestätigt (BK 1315, Textkasten 1); überwiegend waren Maler/Lackierer (n = 16), Chemiebetriebswerker (n = 7) und Tischler (n = 6) hiervon betroffen.
Asbeststaublungenerkrankung (Asbestose) oder durch Asbeststaub verursachte Erkrankungen der Pleura (BK 4103, Textkasten 1) waren bei verschiedenen Berufen 1 922-mal (Grafik 2) und Silikosen (BK 4101) 1 517-mal (ganz überwiegend bei Bergleuten, Grafik 3) die Ursache für eine Berufskrankheit.
Darüber hinaus fanden sich neun Erkrankungen einer exogen allergischen Alveolitis (BK 4201). Hierzu kommen circa 60 anerkannte Fälle
in den Zuständigkeitsbereichen der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften, vereinzelt auch der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand, wobei es sich überwiegend um Farmerlungen handelt. Des Weiteren ist ein Fall von Byssinose (BK 4202; Textkasten 1) verzeichnet.
Unter den unfallversicherungsseitig bestätigten Neoplasien dominierten Lungenkrebs (n = 750) und Mesotheliom (n = 696), bedingt durch die Einwirkung von Asbest. Hinzu kamen 31 Fälle von Kehlkopfkrebs durch Asbest. Bronchialkarzinome wurden auch durch ionisierende Strahlen im ehemaligen Uranbergbau Sachsens und Thüringens (n = 187), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (n = 20) sowie Quarzeinwirkung (silikotische Schwiele; n = 16 ) hervorgerufen. Extrathorakale Malignome umfassten vor allem das Urothelkarzinom durch aromatische Amine (n = 92), ferner Adenokarzinome der Nasenhaupt- und Nebenhöhlen durch Hartholzstäube (n = 28), bösartige hämatologische Erkrankungen durch Benzol (n = 22), bösartige Hauttumoren durch Peche, Teere und Teeröle in Bitumen (n = 9 ), maligne Lebertumoren durch einfache chlorierte Kohlenwasserstoffe (n = 3) und Vinylchlorid (n =3).
Tabelle 1 gibt die tumorart- und organübergreifende absolute und relative Häufigkeit einzelner als ursächlich anerkannter Noxen wieder. Die Häufigkeitsliste der Krebs auslösenden Arbeitsstoffe wurde demnach durch Asbest angeführt, gefolgt von Uran und seinen Zerfallsprodukten, aromatischen Aminen, Hartholzstäuben, Benzol und Kokereirohgase (polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe, PAK).
Eine Aufschlüsselung aller bestätigten bösartigen Erkrankungen in Bezug auf die einzelnen Berufe zeigt Tabelle 2. Mit nur geringem Abstand zu Chemieberufen (vor allem durch Benzol bedingter Blutkrebs) folgen Bergleute (ionisierende Strahlen) sowie Schlosser, Bau- und Metallberufe, wobei bei diesen die asbestinduzierten Tumoren im Vordergrund stehen.
Arbeitsbedingtes Asthma bronchiale im Vergleich
Anstelle des im deutschen Berufskrankheitenrecht sinnvollerweise bevorzugten Begriffs obstruktive Atemwegserkrankungen wird in internationalen Studien häufig als Synonym der Begriff Berufsasthma verwendet.
Für einen Vergleich der Angaben zur Häufigkeit obstruktiver Atemwegserkrankungen in der deutschen Berufskrankheitenstatistik mit den Zahlen anderer Länder wurde die Literaturdatenbank Medline systematisch nach Auswertungen von Routinedaten der Unfallversicherungsträger und nach freiwilligen Berufskrankheitsmeldungen von Fachärzten oder Antragstellern (zum Beispiel im britischen SWORD-Register im Hinblick auf arbeitsbedingtes Asthma bronchiale) durchsucht. Nicht aufgenommen in die Untersuchung wurden Auswertungen mit unzureichenden Angaben bezüglich der Krankheitsursachen.
Im internationalen Vergleich bewegt sich die berufsbedingte Asthmainzidenz in Deutschland mit 5,1 Fällen pro 100 000 Beschäftigten im Mittelfeld zwischen den Angaben für Südafrika mit 1,3 Fällen und Finnland mit 17,4 Fällen pro 100 000 Beschäftigten (Tabelle 3). Die Sterblichkeitsrate aufgrund von Asthma in Deutschland belegt dagegen im Vergleich zu anderen Ländern einen relativ hohen Rang. Allerdings führen die landesspezifischen Einflüsse auf die Totenscheindiagnosen zu einer gewissen Überschätzung in Deutschland (22, 35).
Obwohl die Kriterien für die Anerkennung von Berufsasthma, die Industrieschwerpunkte und die Selektionseffekte durch die unterschiedlichen Datenquellen in den einzelnen Ländern divergieren, können konvergierende Risikobereiche dennoch identifiziert werden (26). Die Ergebnisse unterscheiden sich leicht, je nachdem ob die Inzidenz, und damit die Häufigkeit innerhalb einer bestimmten Berufsgruppe, oder der prozentuale Anteil an allen Anzeigen betrachtet wird.
In anderen europäischen Ländern gehören wie in Deutschland (Grafik 3) Beschäftigte in Bäckereien und im Gesundheitswesen zu Hochrisikogruppen bezüglich des Berufsasthmas, wobei die Zahlen für Deutschland am höchsten sind (Tabelle 3).
Schweißer entwickeln in Deutschland und in Schweden ebenfalls besonders häufig eine obstruktive Atemwegserkrankung beziehungsweise ein Berufsasthma. Friseur ist nur in Deutschland ein Hochrisikoberuf. In anderen europäischen Ländern dominieren Maler beziehungsweise Spritzlackierer und Chemiearbeiter, die in Deutschland im Mittelfeld der vermehrt betroffenen Berufe rangieren. In einigen Ländern ist ein Berufsasthma häufig unter Reinigungskräften, Feuerwehrleuten sowie Beschäftigten in Platinscheidereien, der Leder- und Schuhindustrie und der Erdölraffinerien anzutreffen. Unter den Industriezweigen weisen Personen, die in der Landwirtschaft, Tierzucht, Textilindustrie, im Großhandel, in der Plastikherstellung und -verarbeitung sowie in der Produktion von Futtermitteln, Lebensmitteln, Metallprodukten, Transportgeräten, Automobilen, optischen und elektrischen Geräten arbeiten, ein höheres Risiko auf.
Als Krankheitsursache dominieren in den meisten europäischen Ländern wie in Deutschland Mehl, Nahrungs- und Futtermittelstäube, Schweiß- und Schneidrauche sowie Isocyanate. Daneben zählen Tierepithelien, Milben, Latex und Aldehyde zu den häufigen Krankheitsursachen. In außereuropäischen, englischsprachigen Industrieländern werden neben schwer zu klassifizierenden Angaben (wie zum Beispiel Chemikalien) Hölzer, anorganische Stäube, Platinsalze und Kühlmittel aufgeführt.
Dabei schwankt die Häufigkeit der wichtigsten Krankheitsursachen zwischen 2 Prozent (Italien) und 31 Prozent (Singapur) für Isocyanate, weniger als 1 Prozent (USA) und 51 Prozent (Italien) für Latex, weniger als 1 Prozent (USA) und 49 Prozent (Deutschland) für Mehl- und Getreidestaub, weniger als 1 Prozent (USA) und 47 Prozent (Kanada) für Hölzer sowie weniger als 1 Prozent (USA) und 38 Prozent (Finnland) für Tierepithelien (Tabelle 4). Schweißrauche (inklusive Lötdämpfe und Kolophonium) lösen (mit Ausnahme von Singapur) 1,4 Prozent bis 6 Prozent, Aldehyde mehr als 1 Prozent bis 7,6 Prozent der arbeitsbedingten Asthmaerkrankungen aus.
Die gefundenen Unterschiede können größtenteils durch die abweichende gewerblich industrielle Infrastruktur, aber auch durch uneinheitliche Rahmenbedingungen im Berufskrankheitenrecht erklärt werden. Ferner spielen auch die national unterschiedlich eingestuften Schweregrade bei der Anerkennung als Berufskrankheit und unterschiedliche Arbeitsschutzbedingungen eine Rolle. Eine Quantifizierung der einzelnen Aspekte ist jedoch derzeit nicht möglich.
Die Ergebnisse von bevölkerungsbasierten Querschnittsstudien können jedoch trotz dieser uneinheitlichen Gegebenheiten und beruflichen Belastungen sowie durch die potenzielle Unterschätzung von seltenen Expositionen wichtige Hinweise auf Risikogruppen geben (26).
In einer systematischen Analyse von Blanc und Toren (6) wurde in Belgien berechnet, dass einer von zehn neu aufgetretenen beziehungsweise reaktivierten Asthmafällen im Erwachsenenalter auf berufliche Faktoren zurückzuführen ist. Arif et al. (3) fanden in Nordamerika sogar in mehr als 30 Prozent entsprechende Hinweise. Auch nach Auswertung der Daten des European Community Respiratory Health Survey (ECRHS) in 12 europäischen Industriestaaten sind circa 5 bis 10 Prozent der Asthmaerkrankungen arbeitsbedingt (21). Das berufsbezogene Risiko einer bronchialen Hyperreaktivität mit asthmatischen Symptomen im ECHRS war für Landwirte, Maler, Kunststoffarbeiter, Reinigungskräfte, Spritzlackierer und Beschäftigte in der Landwirtschaft am höchsten (21). Die nationale bevölkerungsbasierte Erhebung in den USA (NHANES III) gibt ebenfalls Hinweise auf ein, im Vergleich zu den Beschäftigten aus Verwaltung und Finanzen, mehr als verdoppeltes Risiko für die Prävalenz von Asthma unter Beschäftigten, unter anderem in Landwirtschaft, Forsten und Fischerei sowie der Holzverarbeitung, dem Gesundheitswesen und der Gummi, Kunststoff und Leder verarbeitenden Industrie (3).
Daten weisen auf Defizite hin
Die Gesundheitsberichterstattung des Bundes fasst die Aufzeichnung des Gesundheitszustandes von Beschäftigten, deren Gesundheitsverhalten, die Verbreitung von Risikofaktoren und die Inanspruchnahme von Leistungen im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherheit zusammen und informiert Politik und Bürger (33). Bisher werden dabei arbeitsmedizinische Aspekte, insbesondere arbeitsbedingte Krankheitsursachen, nicht berücksichtigt.
Die Daten der Unfallversicherungsträger geben – vor allem aufgrund
der rechtlichen Rahmenbedingungen – nicht das tatsächliche Gefährdungspotenzial von Arbeitsplätzen, Betrieben oder Branchen an. Vielmehr spiegeln sie als Endstrecke dieses Geschehens nur die Spitze des Eisberges wider, und es ist zusätzlich von einer nicht unerheblichen Dunkelziffer auszugehen. Dies zeigt die Aufschlüsselung der Berufskrankheiten nach Noxen und betroffenen Berufen in der BK-DOK in Ergänzung zu den jährlich veröffentlichten Statistiken des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit den Entscheidungsträgern und verweist auf Handlungsoptionen, insbesondere hinsichtlich der Defizite der arbeitsumweltbezogenen Prävention.
Arbeitsbedingte Lungen- und Atemwegserkrankungen sowie Neoplasien sind vermeidbar. Die wichtigsten Präventionsmaßnahmen sind die Elimination der Exposition sowie die Reduktion begünstigender Faktoren (Primärprävention, Verhaltensprävention). Soweit primär präventive Maßnahmen nicht ausreichend realisiert werden können, sind sekundär präventive, das heißt organisatorische und personenbezogene Schutzmaßnahmen erforderlich. Weitere wesentliche Schritte sind
- die fortlaufende qualifizierte arbeitsmedizinische und sicherheitstechnische Gefährdungsermittlung an den einzelnen Arbeitsplätzen,
- Risikokommunikation und -management unter Involvierung der Arbeitgeber, Arbeitnehmer, Arbeitsmediziner, Sicherheitsfachkräfte, aber auch der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Aufsichtsorgane,
- Unterweisung, Schulung und Training aller Betroffenen in Hinblick auf die jeweils vorliegende Gesundheitsgefährdung und die erforderlichen Schutzmaßnahmen,
- betriebsärztliche Betreuung mit allgemeiner und auf Noxen bezogener arbeitsmedizinischer Vorsorgeuntersuchung, wie sie im „Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit“ (14) sowie im Anhang VI der Gefahrstoffverordnung (38), im Anhang IV der Biostoffverordnung (39) sowie im Anhang VI der Gentechnik-Sicherheitsverordnung (40) festgelegt sind (siehe auch Berufsgenossenschaftliche Grundsätze für arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen des Hauptverbandes der gewerblichen Berufsgenossenschaften (15).
Bei Hinweisen auf ein besonderes individuelles Gesundheitsrisiko am Arbeitsplatz (zum Beispiel klinisch noch stumme Arbeitsstoffsensibilisierung, Vorstadien einer arbeitsbedingten Erkrankung) muss unverzüglich eine effiziente Expositionsprophylaxe, gegebenenfalls bis hin zur Unterlassung der gefährdenden Tätigkeit gemäß § 3 der Berufskrankheiten-Verordnung (Vermeidung von Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren mit allen geeigneten Mitteln) erfolgen.
Risikokollektiven mit hoher Inzidenz von arbeitsbedingten Erkrankungen wie Bäckern, Lackierern, Schweißern, Friseuren und Chemiearbeitern sollte mindestens jährlich ein Screening mittels standardisierter Fragebögen zur Erfassung von arbeitsbedingten Belastungen und Beanspruchungen angeboten werden.
Bei Auffälligkeiten sind weiterführende spezielle Diagnostikverfahren wie Lungenfunktionsmessungen (idealerweise vor und nach einer Arbeitsschicht), Allergietestungen und radiologische Untersuchungen in Ergänzung zu den in zwei- bis dreijährigen Abständen vorgesehenen speziellen arbeitsmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen indiziert (15, 3941). Wegen der typischerweise Jahrzehnte umfassenden Latenzzeit arbeitsbedingter Neoplasien sind auch nach dem Ausscheiden aus dem Arbeitsleben die von der Zentralen Erfassungsstelle für asbestgefährdete Arbeitnehmer (ZAs) oder der Zentralen Erfassungs- und Betreuungsstelle für ehemalige Uranbergleute der Sowjetisch-Deutschen Aktiengesellschaft Wismut (ZEBWis) der von den gewerblichen Berufsgenossenschaften konzipierten so genannten Nachgehenden Untersuchungen dringend zu empfehlen.
Hinzuweisen ist aber auch auf die Bedeutung eines allgemeinen gesunden Lebensstils, da sich hiermit synergistische gesundheitsadverse Effekte verhindern lassen. Besondere Bedeutung kommt Einflüssen der Ernährung, des Freizeitverhaltens und des Zigarettenrauchens zu; Letzteres wirkt sich in etwa additiv in Bezug auf benigne arbeitsbedingte Atemwegsschädigungen und überadditiv in Bezug auf Bronchialkarzinome aus, die asbest-, strahlen-, nickel- oder arsenbedingt sind.
In diesem Zusammenhang ist die vom Bundesministerium für Gesundheit und Soziale Sicherung beabsichtigte Implementierung bundeseinheitlicher Gesundheitsziele in den Versorgungsalltag von besonderer Bedeutung. Mit der Entwicklung von Gesundheitszielen soll damit eine umfassende Verbesserung der Gesundheit in definierten Bereichen erreicht sowie die Vermeidung von Krankheiten als Querschnittsaufgabe gefördert werden.
Die aktuellen Zielbereiche beziehen sich auf die Prävention von Diabetes mellitus und Erkrankungen infolge von Tabakkonsum, der Brustkrebsvorsorge sowie der allgemeinen gesundheitlichen Kompetenz von Bürgern und Patienten. In Anbetracht der eingangs dargestellten Häufigkeit und auch der Schwere arbeitsbedingter Erkrankungen ist es vordringlich, auch diese in Erfolg versprechende Präventionsstrategien und Präventionsmaßnahmen einzubeziehen.
Das zur Realisierung der Gesundheitsziele am 11. Juli 2002 gegründe-
te „Deutsche Forum für Prävention und Gesund­heits­förder­ung“ hat es sich zum Ziel gesetzt, mehr Transparenz und eine Vernetzung von Konzepten und Maßnahmen zu erreichen. Das setzt jedoch voraus, alle wichtigen Akteure auf diesem Gebiet zu involvieren. Die Medizin erscheint hier bisher nicht gebührend vertreten und die Prävention arbeits(mit)bedingter Erkrankungen nicht einmal angedacht zu sein. Erklärungsbedürftig erscheint auch die geplante Antitabakkampagne, solange die gegenwärtige Bundesregierung nicht dazu bereit ist, den von mehr als 170 Staaten ausgehandelten Vertragstext der Framework Convention on Tobacco Control ohne Vorbehalte zu unterzeichnen. Diese unverständliche Weigerung hat bekanntlich zur Folge, dass die internationale Raucherkonvention nicht von den 14 aktuellen und 10 zukünftigen Mitgliederstaaten der Europäischen Union ratifiziert wird.
Es bleibt zu hoffen, dass es hier in naher Zunkunft zu einem Umdenken in der politischen Führungsspitze kommt und die Chance einer mittelfristig und langfristig sehr Erfolg versprechenden Präventionskonzeption nicht vertan wird.
Manuskript eingereicht: 11. 2. 2003, revidierte Fassung angenommen: 24. 6. 2003

zZitierweise dieses Beitrags:
Dtsch Arztebl 2003; 100: A 2658–2665 [Heft 41]

Die Zahlen in Klammern beziehen sich auf das Literaturverzeichnis, das beim Verfasser erhältlich oder im Internet unter www.aerzteblatt.de/lit4103 abrufbar ist.

Anschrift für die Verfasser:
Prof. Dr. med. Xaver Baur
Ordinariat und Zentralinstitut für
Arbeitsmedizin Hamburg
Seewartenstraße 10
20459 Hamburg
E-Mail: baur@uke.uni-hamburg.de
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40. Verordnung über die Sicherheitsstufen und Sicherheitsmaßnahmen bei gentechnischen Arbeiten in gentechnischen Anlagen (Gentechnik-Sicherheitsverordnung - GenTSV) vom 14.3.1995. BGBl I, S. 297.

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