ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2003Arzneimittelausgaben: Kassen warnen vor Kosten

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Arzneimittelausgaben: Kassen warnen vor Kosten

Dtsch Arztebl 2003; 100(42): A-2684 / B-2240 / C-2104

Rabbata, Samir

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Die Ärzte müssten endlich ihren Beitrag für eine wirtschaftliche Verordnungsweise leisten, forderte der BKK-Bundesverband. Foto: Caro
Die Ärzte müssten endlich ihren Beitrag für eine wirtschaftliche Verordnungsweise leisten, forderte der BKK-Bundesverband. Foto: Caro
BKK sieht steigenden Verordnungstrend.
Vor einem auch in diesem Jahr steigenden Verordnungstrend bei Arzneimitteln hat der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) gewarnt. Zwar erwarte man in diesem Jahr stabile Arzneimittelausgaben. Dies liege aber insbesondere an den gesetzlich eingeführten Zwangsrabatten, die einen Ausgabendämpfungseffekt von 1,8 Milliarden Euro hätten, erklärte Wolfgang Schmeinck, Vorstandsvorsitzender des BKK- Bundesverbandes, in Berlin. Erst wenn man die Ausgaben um den rein fiskalischen Effekt der Rabatte bereinige und die Zuzahlungen mit einbeziehe, zeige sich, mit rund 26,3 Milliarden Euro, das tatsächliche Finanzvolumen der Arzneimittelverordnungen für 2003.
Verantwortlich hierfür seien die Ärzte, die, so Schmeinck, „endlich ihren Beitrag für eine wirtschaftliche Verordnungsweise“ leisten müssten. Nicht nachvollziehbar sei es, dass gerade Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) mit hohen Durchschnittskosten zulegten. Zudem zeige sich, dass das Steuerungspotenzial der Arzneimittelschnellinformation (GAmSI) von den KVen nicht hinreichend genutzt werde. Mithilfe des gemeinsam von Krankenkassen und Ärzten entwickelten Frühinformationssystems GAmSI sollen Kassenärzte zeitnah mit Daten über ihr Verordnungsverhalten versorgt werden.
Der stellvertretende Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. med. Leonhard Hansen, wies die Kritik zurück. Man könne nach so kurzer Praxis noch nicht einschätzen, wie GAmSI wirkt. Zudem sei es unverständlich, dass sich der BKK-Bundesverband erst für GAmSI stark mache, um nach wenigen Monaten „quasi das eigene Kind“ schlecht zu machen. Dies verdeutliche auch die Kurzatmigkeit in der gesundheitspolitischen Debatte, kritisierte Hansen. SR
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