ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2003Versorgungszentren: Paradox

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Versorgungszentren: Paradox

Dtsch Arztebl 2003; 100(42): A-2711 / B-2265 / C-2125

Linke, Christof

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LNSLNS Während in der Verwaltung und im Dienstleistungssektor seit Jahren durch Privatisierung, vermehrte Eigenverantwortung und Wettbewerb mit Erfolg versucht wird, Kosten zu sparen und die Qualität zu verbessern, setzt die Gesundheitspolitik auf Staatsmedizin und Dirigismus. Dass wir unsere „Ich AGs“ jetzt aufgeben sollen, um uns in den „bewährten“ Polikliniken der „Ostalgie“ hinzugeben, ist paradox. Triebkraft für die Schaffung von Gesetzentwürfen, die so etwas vorsehen, ist nicht das Streben nach mehr Qualität und Wirtschaftlichkeit, sondern ideologische Verblendung und Neid. Gesundheitszentren, in denen Ärzte mit festen Gehältern arbeiten, sind vielleicht eine schöne Traumvorstellung von an die politische Oberfläche gespülten Kleingeistern, sie wären aber mit Sicherheit die schlechteste und teuerste Lösung für die Zukunft unseres Gesundheitssystems. Eigenverantwortung und Effektivität werden sinken, die Kosten werden, zumindest im Verhältnis zur erbrachten Leistung, steigen. Der jetzt gut funktionierende Wettbewerb wird verschwinden. Die alte DDR lässt grüßen. Kollegen lassen Sie sich nicht verdummen, denken Sie an Ihre Patienten, denken Sie an Ihre Zukunft. Lassen Sie sich nicht enteignen. Im Gesundheitswesen, einer der wenigen Wachstumsbranchen unserer Zeit, sind viele Arbeitsplätze und die Gesundheit und das Leben unserer Patienten in Gefahr.
Christof Linke, Barbarastraße 15, 45964 Gladbeck
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