ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2003Flüchtlinge: Wir hätten es besser wissen müssen
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LNSLNS Vielen Dank für diesen mutigen Artikel. Ich bin noch Zeitzeugin der Kriegs- und Nachkriegszeit. Wir haben soeben den Verein „kriegskind.de.e.V.“ gegründet, nachdem unsere Internetseite nach den beiden ersten Tagungen in der Evangelischen Akademie Bad Boll 2000 und 2001 zum Thema erheblich frequentiert wurde. Wir möchten das Wissen um die bisher wenig beachteten Leiden der alten deutschen Kriegskinder durch Bombenterror, Flucht und Vertreibung mithelfen aufzuarbeiten. Die meisten jüngeren Kollegen und helfenden Berufe standen doch recht hilflos vor den durch die Jugoslawienkriege aufgebrochenen Traumen der deutschen alten Menschen während des Zweiten Weltkrieges.
Ich bedauerte, dass im Heft 30 vom 25. Juli in dem sonst kompetenten Artikel über die „Versorgung des akut verwirrten alten Menschen – eine interdisziplinäre Aufgabe“ von Kollegen Priv.-Doz. Dr. med. Hewer jeder Hinweis auf dieses ubiquitäre Leiden, gerade in den Alten- und Pflegeheimen, fehlt.
Die Politik hatte sich erneut mitschuldig gemacht durch die Handhabung unserer Asylverfahren, besonders bei den Methoden der Abschiebung, auch an den deutschen Flüchtlingen, die bei ihren Leiden in der Kriegs- und Nachkriegszeit auf Verstehen und Hilfe angewiesen waren. Wir hätten es besser wissen müssen! Damals lebten wir unter ungleich viel schlechteren Bedingungen in unserem zerstörten Land.
Dr. med. Herta Betzendahl, Yorckstraße 5, 24105 Kiel
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