ArchivDeutsches Ärzteblatt42/2003Biotechnica 2003: Firmenallianzen für Innovationen

VARIA: Technik

Biotechnica 2003: Firmenallianzen für Innovationen

Dtsch Arztebl 2003; 100(42): A-2745 / B-2289

Kempe, Lisa

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LNSLNS Auf rund 13 700 Quadratmetern präsentierten in diesem Jahr vom 7. bis 9. Oktober 2003 in Hannover vor allem kleine und mittelständische Biotech-Unternehmen ihre Produkte und Entwicklungen. Das Anwendungsspektrum auf der Messe umfasste dabei die Segmente Ernährung, Landwirtschaft, Umwelt, Medizin und Pharma. Die Produktpalette reicht von molekularen Diagnostika, Gentests, über Bio- und DNA-Chips bis hin zur biotechnologischen Produktion von Pharmazeutika. Egal ob vollständige Zellen, Antikörper, DNA oder Proteine untersucht werden sollen, die Biotechnologen scheinen für fast jedes Biomolekül ein Analyseverfahren realisieren zu können. Viele Dienstleister bieten Services zur Wirkstoffsuche, DNA-Analyse oder RNA-Technologie an.
Kleiner, schneller, kostengünstiger
Gerade die molekulare Diagnostik ist immer noch recht teuer. Firmen wie die CLONDIAG chip technologies GmbH entwickeln deshalb integrierte Analyse-Plattformen, mit denen sich die Tests leistungsfähiger und kostengünstiger durchführen lassen sollen. Dabei geht der Trend weiterhin in Richtung Miniaturisierung. Mikro- und nanostrukturierte Bioarrays verarbeiten eine Vielzahl analytischer Reaktionen zur gleichen Zeit. CLONDIAG verwendet dazu Techniken, die ihren Ursprung in der Halbleiterindustrie haben. Die Firma sieht in der Labor- und Point-of-Care-Medizin einen idealen Anwendungsbereich für ihre miniaturisierten Analyse-Stationen. Dass Biotechnologie, Bioinformatik und andere Hightech-Verfahren Hand in Hand gehen, zeigen Allianzen von Unternehmen aus der Halbleiter- und Biotech-Industrie. So präsentieren auf der Biotechnica die Infineon Technologies AG und die MetriGenix
Inc. mit dem 4D Array System™ eine gemeinsame Entwicklung für differenzielle Genexpressionsanalysen. Zum Angebot vieler Firmen gehört nicht mehr nur die Lieferung von Geräten, von speziellen Microarrays, Biochips und besonderen Kits, inzwischen bieten in der Branche immer mehr Unternehmen einen kompletten Service von der Probenvorbereitung bis hin zur Daten-Analyse an.
In der Halle 2 war Raum für die Sonderschau „Mikro- und Biosystemtechnik“ reserviert. Hier zeigten Unternehmen aus dem In- und Ausland ihre miniaturisierten Systeme für die Handhabung und Dosierung kleinster Flüssigkeitsmengen: Micropumpen, Microreaktionsplattformen und andere microfluidische Systeme. Die STEAG microParts GmbH hat sich auf die exakte Reproduktion kleinster Strukturen im mikroskopischen Bereich spezialisiert. Das besondere Know-how des Unternehmens liegt in einem speziellen Spritzgießverfahren, mit dem sich zum Beispiel mikrostrukturierte Düsenköpfe herstellen lassen. Solche Mikrosysteme erlauben neuartige Zerstäubertechniken: Sie vernebeln Flüssigkeiten von verschiedenster Viskosität immer mit exakt gleicher Tröpfchengröße. Für die Behandlung von Atemwegserkrankungen hat die STEAG auf der Basis dieser Mikrotechnologie einen treibgasfreien Aerosolzerstäuber entwickelt. Lisa Kempe
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