ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1996Medica 1996 – Medizin im Wandlungsprozeß: Per Mausklick ins Rückenmark

VARIA: Technik für den Arzt

Medica 1996 – Medizin im Wandlungsprozeß: Per Mausklick ins Rückenmark

Dtsch Arztebl 1996; 93(46): A-3034 / B-2583 / C-2392

Marx, Catrin

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Ein großer Schwerpunkt auf der Medica der letzten Jahre ist die Medica-Medienstraße. Sie bietet Orientierungshilfe rund um die Themen Telemedizin, Virtual Reality und Online-Kommunikation. Sie zeigt, welche elektronischen Hilfen in den nächsten Jahren für die tägliche Arbeit in der niedergelassenen Praxis und in der Klinik zur Verfügung stehen.
Computer können die Tätigkeit des Arztes erleichtern. Notwendige Informationen, die er für Diagnostik und Therapie benötigt, können ihm in Zukunft per Datenleitung sofort zur Verfügung stehen. Das bedeutet eine schnellere und effektivere Diagnostik.
Ein weiterer Baustein für ein effektiveres Arbeiten ist die digitale Patientenakte. Durch Digitalisieren von Dokumenten und Bildern, wie Arztbriefe, Laborbefunde oder Überweisungen, können Ablage- und Suchzeiten wesentlich reduziert werden. Ein solches System für den Pra-xisbetrieb ist das System AdAktaTM. Es handelt sich dabei um ein Windows-Programm. Es läuft unter Windows NT, Windows 95 und Windows 3.11. Die Langzeitarchivierung erfolgt auf CD-ROM. Die Entwicklung im Bereich Telemedizin ermöglicht es auch, Patientendaten an entfernten Orten schnell verfügbar zu haben. Es werden Text-, Bild- und Toninformationen, etwa EKG- oder EEG-Kurven und Röntgenbilder, über Datenleitungen ausgetauscht. Neuere Entwicklungen auf diesem Gebiet sind zum Beispiel die Fernüberwachung der Biosignale von Risikopatienten (Tele-Alarm), aber auch Telemammographie und Telepathologie. Die ambulante Nachsorge bei Krebspatienten wird auf diese Weise ermöglicht, und Therapieergebnisse können zum Zwecke einer Optimierung oder Evaluierung der Behandlung ausgetauscht werden. Online-Kommunikation und Telemedizin hängen auch eng mit Virtual Reality zusammen. So kann man via Mausklick durch anatomische Strukturen wandern und bekommt Dinge zu sehen, die normalerweise nicht sichtbar wären: das Innere eines menschlichen Rückenmarkkanals, die Hauptversorgungsleitung des Körpers. Auf diese Weise kann ein Operateur Eingriffe trainieren, ohne daß bei eventuellen Fehlern ein wirklicher Schaden entsteht. Die faszinierenden Möglichkeiten der Tele-Chirurgie, das Visible Human-Project und der OP 2000 (siehe auch Deutsches Ärzteblatt, Heft 43) gehören zu den Angeboten auf der Medica-Medienstraße. Ein weiterer Schwerpunkt der Medienstraße ist die Online-Kommunikation. In Deutschland wird beispielsweise ab Oktober der Online-Dienst "Multimedica" der Firma bsmedic angeboten. Er soll Ärzten und Angehörigen medizinischer Fachberufe gesundheitspolitische Entscheidungen transparenter machen, ihnen die Diagnose von Krankheiten erleichtern, Therapieempfehlungen geben und die Aus- und Weiterbildung von Fachkräften unterstützen. "Multimedica" wird als geschlossener Dienst arbeiten, wodurch Datenschutz gewährleistet ist. Dazu kommen nunmehr Hunderte von medizinischen Informationsangeboten im World Wide Web (WWW) und bei Compuserve.


Zahlreiche Anbieter
Schon heute ist das Angebot so umfangreich und vielseitig, daß kaum noch zu überschauen ist, welche Informationen es bei welchem Anbieter im Internet gibt. Auch das Deutsche Ärzteblatt gibt auf der Medica den Startschuß für seine Präsenz im Internet sowie in einem geschlossenen Netz für Ärzte. Arbeitstitel: Deutsches Gesundheitsnetz (siehe dazu auch den Beitrag in diesem Heft unter Politik/Aktuell). Per Modem können im Internet nicht nur die aktuellen Hefte des Deutschen Ärzteblattes in Auszügen vorab eingesehen werden, sondern der Nutzer kann auch den Heftbestand (ab 1/1996) per Datenbankrecherche erschließen sowie aktuelle Nachrichten abrufen. Eine technische "Segelanweisung" für Nutzer wird in Heft 47 zu finden sein. Ebenfalls sind viele deutsche Institutionen den amerikanischen Vorbildern gefolgt und stellen ihre eigenen Projekte dar. Dazu gehören verschiedene Universitäten, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie ein deutsches Medizinforum. Auf Rechnern überall in der Welt kann man sich Informationen besorgen zu Themen wie Anästhesie und Notfallmedizin, über fettfreies Essen und Unfruchtbarkeit, Anleitungen zur Selbsthilfe – angefangen von Arthritis bis hin zu Schlafbeschwerden –, über Hirntumoren, zystische Fibrose und Forensische Medizin. et

Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema