ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2003PKV: Kundenfreundlichkeit abhanden gekommen

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PKV: Kundenfreundlichkeit abhanden gekommen

Dtsch Arztebl 2003; 100(43): A-2784 / B-2322 / C-2178

Könen, Hans Josef

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LNSLNS Den Ausführungen der Kollegin Christian kann ich als Arzt und Patient nur voll beipflichten. Einzelne private Kran­ken­ver­siche­rungen erweisen sich zunehmend als Unternehmen, denen Kompetenz und Kundenfreundlichkeit abhanden gekommen sind. Außer der geschilderten Belästigung von Patienten durch so genannte Krankentagegeld-Beauftragte scheuen sich die Unternehmen nicht, datenschutzrechtliche Bestimmungen zu missachten. Primär einmal wird dem rechnungsstellenden Arzt Falschabrechnung unterstellt und beim Versicherten die Rückerstattung des Rechnungsbetrages von der Vorlage ärztlicher Dokumente, wie beispielsweise Operationsberichte, abhängig gemacht. Während im Bereich der GKV klare gesetzliche Bestimmungen für die Weitergabe von Patientendaten existieren, kann bei der PKV, überspitzt formuliert, der Pförtner Einsicht in die Unterlagen erlangen. Die PKV ist sich dabei ihrer Machtposition durchaus bewusst. Schließlich ist der Wechsel eines unzufriedenen Mitglieds zu einer anderen Versicherung wegen der fehlenden Möglichkeit zur Mitnahme der Altersrückstellungen stets mit einem finanziellen Nachteil verbunden. Hier hätte der Gesetzgeber schon längst im Sinne einer Verbesserung des Verbraucher-/Patientenschutzes handeln und die Weichen für einen effektiven Wettbewerb unter den gewinnorientierten Versicherungen stellen müssen. Wer mit einem Unternehmen nicht zufrieden ist, muss die Möglichkeit haben, nachteilsfrei zur Konkurrenz wechseln zu können. Was bei einer Kfz-Versicherung geht, muss auch bei einer privaten Kran­ken­ver­siche­rung möglich sein.
Dr. Hans Josef Könen,
Landesverband Ambulantes Operieren Land Hessen e.V., Zeppelinstraße 2–4, 64625 Bensheim
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