ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2003Arzttum: Der Stand der Dinge

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Arzttum: Der Stand der Dinge

Dtsch Arztebl 2003; 100(43): A-2784 / B-2323 / C-2178

Brauer, Hans-Jürgen

Gedanken zum Gesundheitssystem:
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LNSLNS . . . Der zurzeit propagierte und betriebene Strukturwechsel wird die am Gesundheitssystem Beteiligten in eine bis in das Mark treffende Abhängigkeit stürzen.
Und wenn dann die Zahl derer, die dieses System verwalten, kontrollieren, mit Statistik überziehen und mit normierten Qualitätsansprüchen traktieren, auf einmal größer ist als die Zahl derer, die wirklich noch am und für den Patienten tätig sind, wird dieses System aufgrund seiner fehlenden Effizienz und der daraus entstandenen Kosten ad absurdum geführt und ins Leere gelaufen sein.
Dann werden wir voller ,,Melancholie“ erkennen, in welche Sklaverei wir uns haben führen lassen. Uns wird bewusst werden, dass wir nur noch einen Bruchteil unserer berufs- und berufungsmäßigen Zeit mit den uns anvertrauten Patienten verbracht haben.
Spätestens dann ist auch Prof. Lauterbach zum Harry Potter des deutschen Gesundheits-systems mutiert und kämpft aufrichtig weiter gegen alles Böse, von dem er eigentlich nie wusste, was es war, ist und sein wird.
Dann können wir uns in aller Unruhe zurückziehen, reflektieren, nachdenken. Uns wird aufgehen, dass es besser gewesen wäre, im Voraus nachzudenken. Kollektiv bleibt uns dann nur noch die Scham, gemeinsam alles an die Wand gefahren zu haben.
Dr. med. Hans-Jürgen Brauer, Heidhauser Straße 144, 45239 Essen
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