ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2003Dyspepsie und Helicobacter pylori

MEDIZIN: Referiert

Dyspepsie und Helicobacter pylori

Dtsch Arztebl 2003; 100(43): A-2801 / B-2335 / C-2190

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LNSLNS Die Autoren berichten über die größte Dyspepsiestudie, die bislang weltweit durchgeführt wurde. Dabei wurden 20 000 Probanden im Alter zwischen 40 und 65 Jahren in einer Screeninguntersuchung auf Helicobacter pylori getestet und bei positivem Ergebnis (13C-Harnstoff-Atemtest) wurde den Probanden eine Eradikationstherapie angeboten.
62,6 Prozent von den 20 000 Probanden nahmen das Angebot des Testens an, von den Getesteten waren 17,5 Prozent Helicobacter-pylori-positiv. Die Eradikationsrate von Helicobacter pylori betrug 95 Prozent. In der Interventionsgruppe sank die Prävalenz der Dyspepsie von 24,3 auf 20,5 Prozent nach einem Jahr.
Diese Abnahme war ähnlich bei Helicobacter-pylori-negativen und Helicobacter-pylori-positiven Personen. In der Kontrollgruppe kam es zu einem Anstieg der Dyspepsierate von 20,3 auf 21,5 Prozent. Gastroösophageale Refluxsymptome besserten sich geringfügig nach einer Eradikation von Helicobacter pylori. Außer einer Abnahme an Konsultationen für dyspeptische Beschwerden waren keine Einsparungen im Gesundheitssystem nachweisbar.
Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass sich eine Dyspepsie mit der Strategie „Erst testen, dann behandeln“ nur mäßig beeinflussen lässt. Eine Auswirkung auf Lebensqualität oder eine Kostenersparnis konnte jedenfalls nicht nachgewiesen werden. w

Wildner-Christensen M, Hansen JM, Schaffalitzky de Muckadell OB: Rates of dyspepsia one year after Helicobacter pylori screening and eradication in a danish population. Gastroenterology 2003; 125:372–379.

Mette Wildner-Christensen, M.D., Department of Medical Gastroenterology S, Odense University Hospital, Denmark. E-Mail: sdm@ouh.fyns-amt.dk

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