ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2003COX-2-Hemmer: Rofecoxib bei Sulfonamid-Allergie möglich

VARIA: Wirtschaft - Aus Unternehmen

COX-2-Hemmer: Rofecoxib bei Sulfonamid-Allergie möglich

Dtsch Arztebl 2003; 100(43): A-2814

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Zwischen den einzelnen COX-2-Hemmern bestehen bedeutsame Strukturdifferenzen, sodass die Medikation individuell abgestimmt werden kann. In jüngster Zeit wurde mehrfach vor Überempfindlichkeitsreaktionen gegen COX-2-Hemmer gewarnt, die auf deren Sulfonamid-Struktur zurückzuführen sind. Im Unterschied zu den anderen in Deutschland verfügbaren Coxiben (Celecoxib, Parecoxib, Valdecoxib) handelt es sich bei Rofecoxib (Vioxx®, MSD) nicht um ein Sulfonamid, sodass diese speziellen Überempfindlichkeitsreaktionen unter Rofecoxib nicht zu befürchten sind. Sulfonamide tragen eine Amid-Gruppe an einer Sulfonyl-Struktur. Bei Rofecoxib hängt an der Sulfonyl-Struktur jedoch statt des Amids eine Methylgruppe. Rofecoxib gehört somit zu den Methylsulfonen und kann deshalb auch bei Patienten mit bekannter Sulfonamid-Allergie eingesetzt werden.
Hintergrund der aktuellen Diskussion sind zum Teil schwere, sulfonamid-bedingte Überempfindlichkeitsreaktionen auf Valdecoxib (Anaphylaxien, Angioödeme, Stevens-Johnson- und Lyell-Syndrom). Daraus resultierte in Deutschland ein befristeter Vertriebsstopp von Parecoxib, dem Prodrug von Valdecoxib. Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA hat verfügt, dass Parecoxib und Valdecoxib bei Patienten mit bekannter Sulfonamidallergie nicht mehr angewandt werden dürfen. Von verschiedenen Seiten, einschließlich der Arznei­mittel­kommission der deutschen Ärzteschaft, sind Warnhinweise veröffentlicht worden, auch andere Coxibe könnten aufgrund ihrer Sulfonamid-Struktur anaphylaktoide Reaktionen auslösen. Das trifft jedoch für Rofecoxib, so der Hersteller, wegen seiner differenten chemischen Struktur nicht zu. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema