ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2003Hypertonie-Patienten: Für die Mehrzahl reicht die Monotherapie nicht

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Hypertonie-Patienten: Für die Mehrzahl reicht die Monotherapie nicht

Dtsch Arztebl 2003; 100(43): A-2815

Stoschek, Jürgen

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LNSLNS Eine Normalisierung des Blutdrucks auf Werte unter 140/90 mm Hg ist erfahrungsgemäß selbst mit einer hoch dosierten Monotherapie allenfalls in einem Drittel der Fälle zu erreichen. Für Patienten, die nicht nur eine essenzielle Hypertonie, sondern darüber hinaus beispielsweise auch noch eine Nierenerkrankung haben oder an Diabetes mellitus erkrankt sind, sind noch niedrigere Zielwerte definiert. Deshalb sei es auch kein Wunder, dass mehr als zwei Drittel aller Hypertoniker mit mindestens zwei oder mehr blutdrucksenkenden Medikamenten behandelt werden, erklärte der Münchner Kardiologe Prof. Heinrich Holzgreve in Zürich.
Vor diesem Hintergrund haben sich nach Holzgreves Angaben mehrere Organisationen, wie zum Beispiel die Internationale Gesellschaft für Hypertonie (ISH) oder das amerikanische Joint National Committee (JNC), für eine initiale Kombinationstherapie der Hypertonie ausgesprochen. Die Zulassung der ersten niedrig dosierten Fixkombination mit zwei Antihypertensiva für die Anfangsbehandlung in Deutschland stelle einen Wandel der bisherigen Behandlungsprinzipien dar, die nach wie vor auf eine sequenzielle Monotherapie abstellen, sagte Holzgreve.
Dass die Zielwerte einer antihypertensiven Therapie in den meisten Fällen erst mit einer Kombinationstherapie erreicht werden, haben die Ende vergangenen Jahres publizierten Ergebnisse der ALLHAT-(Antihypertensive and Lipid-Lowering Treatment to Prevent Heart Attack Trial-)Studie erneut bestätigt, berichtete Prof. Emanuel Fritschka (Bad Bückenau). In der ALLHAT-Studie benötigten zwei Drittel der Patienten zwei Medikamente, um den Zielblutdruckwert zu erreichen. Dabei sei auch deutlich geworden, dass ein Thiaziddiuretikum mit dabei sein sollte, erinnerte Fritschka.
Unter den pharmakologisch sinnvollen Kombinationen sei die aus einem ACE-Hemmer und einem Diuretikum zusammengesetzte am besten begründet, erklärte Holzgreve. Das jetzt zur Verfügung stehende Preterax®, bestehend aus dem ACE-Hemmer Perindopril 2 mg und dem lang wirkenden, thiazidähnlichen Diuretikum Indapamid 0,625 mg, sei in umfangreichen Studien untersucht und gut dokumentiert. Da zu erwarten sei, dass die niedrig dosierte Kombinationstherapie eine Blutdrucksenkung schneller herbeiführt, werde sich auch die Zahl der Arztbesuche und der Kontrolluntersuchungen reduzieren, so Holzgreve.
Rückbildung der links-ventrikulären Hypertrophie
Synergistische Effekte durch die Kombination von Perindopril und Indapamid erwartet der Düsseldorfer Kardiologe Prof. Bodo Schwartzkopff. Perindopril bewirke eine Reparation der strukturellen Veränderungen des Myokards, was zu einer Rückbildung der linksventrikulären Hypertrophie führe. Auch Indapamid greife in diesen Regelkreis ein. Die Kombination beider Substanzen als niedrig dosierte Therapie lasse daher eine breite Kardioprotektion erwarten, erläuterte Schwartzkopff. Jürgen Stoschek

Symposium „Deutschland denkt um – die Zukunft der Hochdrucktherapie“ in Zürich, Veranstalter: Servier Deutschland GmbH
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