ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2003Lexikon: Bürgerversicherung

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Lexikon: Bürgerversicherung

Dtsch Arztebl 2003; 100(43): A-2820 / B-2348 / C-2204

Flintrop, Jens

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LNSLNS Die Bürgerversicherung ist eine Kran­ken­ver­siche­rung für alle Bürger. Mit ihrer Einführung wären alle Erwerbstätigen versicherungspflichtig – also auch Beamte, Selbstständige und Freiberufler. Zudem vergrößert sich die Finanzbasis: Die Höhe des Einkommens bemisst sich nicht mehr nur am Arbeitseinkommen, sondern an allen Einkommensarten. Dazu gehören auch Mieteinnahmen, Aktiengewinne oder Zinseinnahmen aus Kapitalvermögen.
Bisher gilt zur Berechnung des Krankenkassenbeitrags die Einkommensgrenze von 3 450 Euro. Darüber liegendes Einkommen ist beitragsfrei. Beim Bürgerversicherungsmodell würde diese Beitragsbemessungsgrenze vermutlich höher liegen, im Gespräch sind 5 100 Euro. Die Folge: Auf mehr Einkommen werden Beiträge bezahlt, die Einnahmen der Krankenkassen steigen. Zudem gibt es weniger starke Schwankungen auf der Einnahmenseite der Krankenkassen, weil Mieteinkünfte und Zinsen weniger konjunkturabhängig sind als Arbeitseinkommen. Experten rechnen damit, dass die Bürgerversicherung die Beitragssätze der Krankenkassen um rund zwei Prozent senken könnte. Für die Bezieher höherer Einkommen wäre die bisherige Möglichkeit eines Wechsels in die private Kran­ken­ver­siche­rung nicht mehr gegeben. In ihrer Reinform bedeutet die Bürgerversicherung das Ende des bisherigen Parallelsystems von privater und Gesetzlicher Kran­ken­ver­siche­rung, weil die derzeit geltende Einkommensgrenze (3 825 Euro), ab der sich der einzelne Versicherte freiwillig privat versichern kann, wegfiele. JF
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