ArchivDeutsches Ärzteblatt43/2003Wildunfall: Nicht immer zahlt die Versicherung

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Wildunfall: Nicht immer zahlt die Versicherung

Combach, Rolf

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Auch bei Unfällen mit Tieren sollte die Unfallstelle gesichert und die Polizei verständigt werden. Foto: Daewoo/WW
Auch bei Unfällen mit Tieren sollte die Unfallstelle gesichert und die Polizei verständigt werden. Foto: Daewoo/WW
Zur Schadensregulierung bei Unfällen mit Tieren müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Mehr als 300 000 Schäden verursachen Hunde jährlich. Vom zerrissenen Hosenbein bis zum tödlich endenden Verkehrsunfall. Etwa 200 000-mal im Jahr entschädigten die Kaskoversicherer Autofahrer, deren Fahrzeuge ungewollten Kontakt mit Wild hatten. Dabei sollen mehr Füchse, Rehe und Hasen auf der Strecke geblieben sein als durch die Flinten der Jäger. Mehr als eine viertel Milliarde Euro müssen dafür jedes Jahr aufgebracht werden. Traurige Bilanz darüber hinaus: fast 50 getötete und mehr als
3 000 schwer verletzte Verkehrsteilnehmer pro Jahr. Der gesamte Schaden durch Tiere dürfte bei etwa einer halben Milliarde Euro im Jahr liegen.
Wer einen Wildunfall hat, bekommt seinen Schaden am Fahrzeug durch die Kaskoversicherung bezahlt. Voraussetzung dazu ist allerdings, dass es sich um einen Zusammenstoß „des in Bewegung befindlichen Fahrzeuges“ mit Haarwild handelt. Zum Haarwild zählen nach dem Bundesjagdgesetz Hirsche, Rehe, Gemsen, Luchs und Fuchs, Hase, Marder, Dachs, Wildschwein und Wiesel. Läuft also ein Hund oder eine Kuh vor das Auto, muss der Fahrer versuchen, den Tierhalter ausfindig zu machen – die Kaskoversicherung zahlt in diesem Fall nicht. Auch beim Schaden am Auto durch einen Vogel gibt es kein Geld, es sei denn, die Windschutzscheibe ist kaputt. Hier zahlt die Teilkasko.
Wenn es zu einem Wildunfall gekommen ist, sollte man den Warnblinker einschalten, das Warndreieck aufstellen, die Polizei verständigen und die Fahrbahn möglichst räumen. Dabei ist es ratsam, die Tiere nur mit Handschuhen (aus dem Verbandskasten) anzufassen. Rolf Combach
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