ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1996Antihypertonikum Losartan erhält Innovationspreis

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Antihypertonikum Losartan erhält Innovationspreis

Dtsch Arztebl 1996; 93(46): A-3042 / B-2449 / C-2207

Zylka-Menhorn, Vera

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LNSLNS In Deutschland werden jedes Jahr mehr als 1 500 Arzneimittel zugelassen, von denen die meisten längst bekannte Arzneistoffe enthalten. Die Zahl der Medikamente mit neuen Wirkstoffen liegt mit etwa 20 bis 30 pro Jahr deutlich niedriger, echte Innovationen mit neuartigem Wirkprinzip sind noch seltener. Doch gerade diese haben große Chancen, den von der Pharmazeutischen Zeitung ausgeschriebenen Innovationspreis zu erhalten. In diesem Jahr geht diese Auszeichung an das erste Antihypertensivum aus der neuen Wirkstoffklasse der Angiotensin-II-Rezeptor-Ant-agonisten: Losartan (Lor-zaar®, MSD). Die Substanz vermittelt die Blutdrucksenkung über eine selektive Blockade des Angiotensin-II-Typ-1-Rezeptors (AT1-Rezeptor). Substanzspezifische Nebenwirkungen anderer Antihypertensiva wie trockener Husten (ACE-Hemmer), Ödeme (Calciumantagonisten), Müdigkeit (Beta-Rezeptorenblocker) oder Stoffwechselstörungen (Diuretika) sind daher unter Losartan nicht zu erwarten.
Im Rahmen von klinischen Studien wurde die Substanz bei etwa 5 000 Patienten untersucht; inzwischen wurden weltweit bereits mehr als 1,5 Millionen Patienten mit Losartan behandelt. Der Angiotensin-IIRezeptor-Antagonist senkte den Blutdruck sowohl bei leichter als auch bei mittelschwerer und schwerer Hypertonie zuverlässig, und zwar unabhängig vom Alter und Geschlecht der Patienten. In den klinischen Studien wurde unter Losartan bis auf Schwindel (vier Prozent) keine Nebenwirkung häufiger als unter Plazebo beobachtet (Schwindel bei Plazebo 2,5 Prozent).
Die Langzeitwirkungen von Losartan sowie mögliche weitere Indikationen für den Einsatz des neuen Arzneistoffs werden zur Zeit bei älteren Hypertonikern mit linksventrikulärer Hypertonie (LIFE-Studie), bei älteren Patienten mit Herzinsuffizienz (ELITE-Studie) sowie bei Patienten mit nicht-insulinpflichtigem Diabetes mellitus und Nephropathie (RENAAL-Studie) untersucht. Nach den ersten Ergebnissen zeichnet sich vor allem die Herzinsuffizienz als weitere Indikation für Losartan ab. zyl
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