ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2003Stammzellforschung: Nicht mit EU-Geldern

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Stammzellforschung: Nicht mit EU-Geldern

Dtsch Arztebl 2003; 100(44): A-2824 / B-2352 / C-2208

Richter-Kuhlmann, Eva

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Die EU-Kommission will die Forschung mit embryonalen Stammzellen fördern. Foto: epd
Die EU-Kommission will die Forschung mit embryonalen Stammzellen fördern. Foto: epd
Bundestag lehnt Forschungsförderung ab.
Erneut hat sich der Bundestag gegen die Förderung verbrauchender Embryonenforschung mit Mitteln der Europäischen Union (EU) ausgesprochen. Mit großer Mehrheit nahm er einen entsprechenden Gruppenantrag von Abgeordneten der SPD, der Grünen und der CDU/CSU an. Bereits im Januar 2002 hatte sich der Bundestag gegen eine EU-weite Forschungsförderung ausgesprochen. Sie widerspreche der deutschen Rechtslage. Mit dem neuen Antrag wolle man andere Länder nicht beschränken, erklärte Rene Röspel, Gentechnikexperte der SPD, bei der Bundestagsaussprache: „Wir wollen lediglich, dass mit deutschen und europäischen Mitteln nicht gefördert wird, was wir in einer langen Debatte in Deutschland verboten haben.“ Der Bundestag fordert die EU-Kommission deshalb auf, von ihren Plänen zur Förderung embryonaler Stammzellforschung innerhalb des
6. EU-Forschungsrahmenprogramms Abstand zu nehmen.
Das im Juli 2002 von Europäischem Rat und Parlament verabschiedete Programm sieht eine finanzielle Unterstützung der verbrauchenden Embryonenforschung vor. Dabei soll der Einsatz „überzähliger Embryonen“ erlaubt sein, die vor dem 27. Juni 2002 durch künstliche Befruchtung entstanden sind. Derzeit setzt ein Moratorium die umstrittene Förderung bis zum Jahresende aus. Es war auf Drängen von Deutschland, Italien, Irland, Österreich und Portugal eingerichtet worden. Österreich will das Moratorium verlängern. ER
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