ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2003Ärztemangel Geschwätz muss endlich aufhören!

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Ärztemangel Geschwätz muss endlich aufhören!

Dtsch Arztebl 2003; 100(44): A-2858

Schröder-Babo, W.

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LNSLNS Mittlerweile ist es unmöglich, das „DÄ“ oder irgendeine andere Ärztezeitung in die Hand zu nehmen, ohne gnadenlosen Unsinn über einen angeblich drohenden oder sogar bereits vorhandenen „Ärztemangel“ zu lesen. Fakt ist: Es gibt in diesem Land genügend Ärzte, die sich jedoch völlig zu Recht weigern, hierzulande an der Krankenversorgung teilzunehmen, da hier die Arbeitsbedingungen unzumutbar sind und die Bezahlung grottenschlecht. Deswegen weichen sie ins Ausland aus, suchen sich andere Wirkungskreise, beispielsweise in der Pharmaindustrie oder im Versicherungswesen, oder stellen ihre ärztliche Tätigkeit ganz ein.
Seit mehreren Jahrzehnten erlebt die Ärzteschaft eine vorsätzliche und systematische Verschlechterung ihrer Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen. Dies und nichts anderes ist die Ursache für den „Ärztemangel“ in der Krankenversorgung. Da diese Situation von der Politik herbeigeführt wurde, soll diese auch alleine zusehen, wie sie mit den Folgen ihres Handelns klarkommt.
Erst wenn Landstriche von der Größe des Saarlandes ohne Hausärzte auskommen müssen, die Wartezeiten bei Fachärzten für Kassenpatienten Jahre betragen und Patienten mit akuter Blinddarmentzündung oder Herzinfarkt kein Krankenhausbett mehr finden, werden ja vielleicht sogar Gesundheitspolitiker einsehen, dass es sinnvoll sein könnte, Ärzte angemessen zu bezahlen und Hetzpropaganda gegen sie zu unterlassen.
W. Schröder-Babo, Im Ziegelhaus 6–8, 63571 Gelnhausen
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