ArchivDeutsches Ärzteblatt44/2003Standpunkt: Kinderherzen

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Standpunkt: Kinderherzen

Dtsch Arztebl 2003; 100(44): A-2904 / B-2404 / C-2260

Nock, Hermine

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LNSLNS Seit vielen Jahren fordern Eltern über den Bundesverband Herzkranke Kinder e.V. (BVHK) eine vergleichende Qualitätssicherung im Bereich „Kinderherz“. Seit 1996 wird an Erhebungsbögen gearbeitet, um die Behandlungsqualität der Kliniken vergleichbar zu machen. Damit soll nun Schluss sei. Die Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung erklärt, dass derzeit aus datenschutzrechtlichen Gründen eine longitudinale Fallverfolgung nicht durchführbar sei. Eine Auswertung von Langzeitergebnissen ist unter anderem aufgrund der Gesetzesänderung des § 137 SGB V nicht möglich. Warum wurde das nicht von Anfang an berücksichtigt? Die beteiligten Ärzte kritisieren den Umfang der Bögen: Eine Unzahl von Angaben müsse handschriftlich ausgefüllt werden. Die Auswertungen für das Jahr 2001 erscheinen zudem unplausibel und sind nicht verwertbar. Die Eltern fragen nach den Schuldigen, weil ihr einziger Anhaltspunkt für die Auswahl der geeigneten Klinik für die alles entscheidende Kinderherzoperation eine transparente Qualitätssicherung ist. Die Lernkurve der Operationsteams während der Einführung neuer Operationsverfahren in weiteren Kliniken gefährdet das Leben der herzkranken Kinder. Dr. Klaus-Theo Schröder, Staatssekretär im Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­ium, betont indes: „Die Qualität der medizinischen Versorgung . . . steht ganz oben. Wir werden deshalb im Jahr 2003 eine Gesundheitsreform, eine Qualitäts- und Effizienzoffensive auf den Weg bringen.“ Das Schwarze-Peter-Spiel, das der BVHK bereits 1997 anprangerte, fängt auf Kosten der herzkranken Kinder von neuem an. Der BVHK fordert: Lassen Sie die herzkranken Kinder nicht einmal mehr außen vor. Hermine Nock
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