ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2003Umfrage: Ausstieg aus dem Arztberuf

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Umfrage: Ausstieg aus dem Arztberuf

Dtsch Arztebl 2003; 100(45): A-2908 / B-2408 / C-2264

Möhrle, Katja

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Ungeliebte Dokumentation Foto: DAK/Scholz
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Foto: DAK/Scholz
Ärztekammer Hessen untersucht die Gründe.
Von den jungen Ärzten geben immer mehr ihren Beruf nach kurzer Zeit wieder auf. Die hessische Lan­des­ärz­te­kam­mer befragte 426 „nicht in der Patientenversorgung tätig“ gemeldete Ärzte nach den Gründen dafür. 222 Antworten von im nichtkurativen Bereich oder überhaupt nicht mehr ärztlich tätigen Befragten konnten ausgewertet werden.
Als Hauptgründe für ihren „Ausstieg“ gaben je knapp 80 Prozent der Befragten Unzufriedenheit mit den Arbeitsbedingungen und den Arbeitszeiten an. Dabei fällt die Unzufriedenheit mit dem „Umfang an Verwaltungsarbeit“ besonders ins Gewicht.
Geschlechtsbezogene Unterschiede gab es bei der Bewertung von Bezahlung und Karrierechancen. So zeigten sich 75 Prozent der befragten Ärzte, aber nur 42 Prozent der Ärztinnen mit der Entwicklung ihrer beruflichen Karriere unzufrieden. Während 64 Prozent der Ärzte über die Bezahlung klagten, gaben nur 34 Prozent der befragten Ärztinnen an, zu schlecht bezahlt worden zu sein. Dagegen hoben 56 Prozent der Ärztinnen und gerade einmal 29 Prozent der Ärzte die „Unvereinbarkeit von ärztlicher Tätigkeit und familiären Pflichten“ hervor.
Die berufstätigen „Aussteiger“ arbeiten überwiegend im Gesundheitswesen – zum Beispiel in der Krankenhausverwaltung, im Management, in Lehre und Forschung oder im Medizinjournalismus. 26 Prozent sind in verschiedenen Bereichen der Pharmaindustrie tätig. Obwohl die meisten der Befragten – immerhin 80 Prozent – mit ihrer derzeitigen Tätigkeit zufrieden oder sogar sehr zufrieden sind, könnte sich jeder Zweite theoretisch vorstellen, zu einem späteren Zeitpunkt wieder als Arzt in der Patientenversorgung zu arbeiten. Katja Möhrle
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