ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2003Afghanistan: Helfer gegen Kundus-Einsatz

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Afghanistan: Helfer gegen Kundus-Einsatz

Dtsch Arztebl 2003; 100(45): A-2909 / B-2409 / C-2265

Rabbata, Samir

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Die medizinische Versorgung in Afghanistan ist weiterhin dramatisch schlecht. Foto: Caro
Die medizinische Versorgung in Afghanistan ist weiterhin dramatisch schlecht. Foto: Caro
Hilfsorganisationen sehen ihre Arbeit durch deutsche Soldaten belastet.
Mehrere Hilfsorganisationen haben die jüngst vom Bundestag beschlossene Entsendung deutscher Soldaten in das nordafghanische Kundus kritisiert. Die Verquickung humanitärer und militärischer Interessen gefährde die Arbeit der zivilen Helfer, sagte Ulrich Delius von der Gesellschaft für bedrohte Völker. In Kundus sollen bis zu 450 deutsche Soldaten die dort stationierten US-Truppen ablösen und zivile Aufbauhelfer schützen. Die Geschäftsführerin von Ärzte ohne Grenzen in Deutschland, Ulrike von Pilar, betonte: „Wir wollen von der Bevölkerung weiterhin als Mediziner angesehen werden und nicht als Teil einer politischen Agenda.“
Unterdessen ist nach Angaben von Almut Wieland-Karimi, Repräsentantin der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kabul, die Gesundheitsversorgung in Afghanistan weiterhin dramatisch schlecht. So hätten allenfalls 20 Prozent der Bevölkerung Zugang zu medizinischer Grundversorgung.
Verschärfen wird sich die Situation insbesondere im Süden des Landes. Wegen der kritischen Sicherheitslage haben die Vereinten Nationen (UN) angekündigt, einen Teil ihrer humanitären Arbeit auszusetzen. Nach Informationen der UN hätten Rebellen in den vergangenen Wochen ihre Angriffe auf afghanische Regierungstruppen, US-Soldaten und Hilfsorganisationen verstärkt. SR
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