ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1996Die Kunst des Buddhismus: Die Entwicklung der fernöstlichen Religion

VARIA: Feuilleton

Die Kunst des Buddhismus: Die Entwicklung der fernöstlichen Religion

Dtsch Arztebl 1996; 93(46): A-3066 / B-2592 / C-2300

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LNSLNS Wer weder Gier noch Haß fühlt, alle Verblendung überwunden und die letzte Weisheit erfahren hat, ist erleuchtet und erlöst: ein Buddha. Er geht nach seinem Tod ins Nirwana ein. So lehrt es der Buddhismus. Aber nicht alle, die sich auf dem Weg zur Erleuchtung befinden, wollen das Nirwana so schnell wie möglich erlangen. Es gibt werdende Buddhas, die ihre letzte Erlösung immer weiter hinausschieben und in der Zwischenzeit anderen Suchenden beistehen: die Bodhisattva ("Erleuchtungswesen").
Zusammen mit anderen Kunstobjekten aus der Welt des Buddhismus sind seit dem 10. September auch Abbilder der Bodhisattva in Rottenburg am Neckar zu sehen. Die dortige Ausstellung dokumentiert anhand von 115 Exponaten die Entwicklung und Verbreitung der fernöstlichen Religion vom 16. bis ins 19. Jahrhundert. Archäologische Zeugnisse aus der Entstehungszeit der buddhistischen Lehre und der Epoche der frühen Missionierungen (1. bis 6. Jahrhundert n. Chr.) ergänzen die Exposition. Sämtliche Stücke sind Leihgaben des Staatlichen Museums für Völkerkunde in München.
Die "Erleuchtungswesen" Bodhisattva spielen vor allem im Mahayana-Buddhismus eine wichtige Rolle. Er ist besonders in der Himalayaregion (Tibet und Nepal, zum Teil die Mongolei) und in Ostasien (China und Japan) heimisch. Die Rottenburger Ausstellung zeigt vor allem Gegenstände aus dieser Region.
Wie zum Beispiel die Darstellungen des Bodhisattva Avalokitesvara. Avalokitesvara gilt als Retter in der Not, er erleichtert das Leid der Menschen im Leben und in der Todesstunde. Dabei überwindet er, wie alle Bodhisattvas, Raum und Zeit. Und er kann in allen möglichen Gestalten auftreten. Bodhisattvas werden deshalb mit vielen Gesichtern und Armpaaren dargestellt, und sie tragen die fünfzackige Krone des Herrschers über die Natur.
Doch selbst die werdenden Buddhas unterliegen einer gewissen Hierarchie: Avalokitesvara etwa wird bei jedem Schritt von seinem Herrn Amitabha beobachtet, denn dieser sitzt in Avalokitesvaras Haarknoten.
Neben solch phantastischen Bildern zeigen viele Exponate Motive und Szenen aus dem Leben des historischen Buddhas, etwa seine Geburt im Wald von Lumbini (Nepal) oder seine Erleuchtung bei Bodhgaya, heute der heiligste Wallfahrtsort aller Buddhisten.
Wer mehr über die Kunst des Buddhismus erfahren möchte, kann die Ausstellung noch bis zum 24. November besuchen. Sie ist zu sehen im Kulturzentrum Zehntscheuer, Bahnhofstraße 16, in 72108 Rottenburg am Neckar. Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag 10 bis 18 Uhr. EX
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