ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2003Patientenversorgung: Korrektur des SGB V anstreben

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Patientenversorgung: Korrektur des SGB V anstreben

Dtsch Arztebl 2003; 100(45): A-2936 / B-2434 / C-2287

Broicher, Franz-Josef

Gedanken zur Patientenversorgung in Deutschland jetzt und in den folgenden Jahren:
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LNSLNS Klingt es nicht absurd, fatal und ärgerlich, wenn man vernimmt, dass deutsche Ärzte ins Ausland gehen wegen finanzieller Sicherheit und besserer Arbeitsbedingungen und wir in Deutschland unter Ärztemangel leiden und dann immer noch den Seehoferschen §§ 101, 102 (Zulassung) und 95.7 (Altersgrenze) im SGB V nachjagen?
Nun hat dieser CSU-Politiker erneut mit der SPD-Ge­sund­heits­mi­nis­terin über die angebliche Gesundheitsreform verhandelt. Er hat aus seinen Fehlern der Jahre 1990 bis 1992 nichts gelernt. Die Sozialkassen sind leer, die Jungärzte wandern ab, aber immer mehr fachqualifizierte ältere Kollegen werden zwangspensioniert. Diese Kollegen würden Geld in die Sozialkassen bringen und auch Einkommensteuer zahlen. Der Ärzteschwund würde verringert. Aber – es erfolgt weiterhin Zwangspensionierung und damit die Belastung der Ruhestandskassen.
Nun trägt man sich mit dem Gedanken, den Ärztenotstand in Deutschland mit ausländischen Ärzten auszugleichen. Ein sehr großer Fehler, denn hier kommt der Qualifikationsbegriff in höchste Gefahr, außerdem sind Sprachbarrieren zu bedenken. Man sollte den eventuell riesigen Familiennachzug nicht außer Acht lassen. Die Patientenversorgung in den kommenden Jahren ist also dadurch fachqualifikationsmäßig in Gefahr.
Die Politiker aller Parteien sollten also bei der Gesundheitsreform vor allem eine Korrektur des SGB V anstreben.
Die Versorgung der Patienten in Gesamtdeutschland (früher Ost und West) könnte erheblich verbessert werden, würde man den § 95.7 SGB V fallen lassen, denn die meisten deutschen Ärzte würden gerne länger arbeiten und heilend wirken, wenn sie sich berufen fühlen. So würde dann die Patientenversorgung in Deutschland in den kommenden Jahren wieder qualifiziert und fachgerecht durchgeführt werden können.
Dr. Dr. Franz-Josef Broicher, Schillerstraße 32, 50858 Köln
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