ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2003Medikamente: Kriterium - Lebensqualität

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Medikamente: Kriterium - Lebensqualität

Dtsch Arztebl 2003; 100(45): A-2937 / B-2435 / C-2287

Meyer, Hans Jochim

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LNSLNS . . . Es kann nicht angehen,den Nutzen eines Medikamentes wesentlich unter Gesichtspunkten der Vermittlungsfähigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu betrachten und die von Ihnen zitierten Argumente der Industrie gewissermaßen als Werbelyrik abzutun.
Ein wesentliches Kriterium in der Schizophreniebehandlung ist die subjektiv empfundene Lebensqualität. Niemand wird bestreiten wollen, dass der Einsatz von Atypika in vielen Fällen nicht nur zum Verschwinden schwerster Nebenwirkungen der älteren Neuroleptika vom Haldoltyp führt, sondern auch die sog. Minussymptome ganz erheblich bessert, sodass den Kranken wieder die Teilnahme am sozialen
Leben, selbstständige Lebensführung in eigener Wohnung usw. möglich wird. In vielen Fällen ist den Kranken erst durch den Einsatz dieser Medikamente wieder ein Leben in menschlicher Würde ermöglicht worden. Die Würde des Menschen ist unantastbar laut Grundgesetz! Es darf nicht dahin kommen,dass sich eine Argumentation folgenden Inhalts entwickelt: Es ist nicht nachgewiesen,dass die Atypika zu einer verbesserten Einsatzfähigkeit der Kranken auf dem ersten Arbeitsmarkt führen, infolgedessen ist ihre Verordnung als unwirtschaftlich anzusehen. Dies wäre eine zutiefst inhumane und unethische Betrachtungsweise.
Dr. med. Hans Jochim Meyer, Amselstieg 33, 25421 Pinneberg
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