ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2003Solidargemeinschaft: Mehr Eigenverantwortung auf allen Ebenen

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Solidargemeinschaft: Mehr Eigenverantwortung auf allen Ebenen

Dtsch Arztebl 2003; 100(45): A-2938 / B-2436 / C-2288

Reifart, N.

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LNSLNS Auch wenn die Überlegungen des Autors teilweise einleuchten (Versorgungsmentalität statt Eigenverantwortung; unsolidarische Gemeinschaft der Nutznießer), erstaunt doch die Behauptung, dass eine „typische Verteilung von unten nach oben entstanden sei, weil die Ansprüche von Wohlhabenden mit hohem Gesamteinkommen massiv aus dem Solidarbeitrag der Kleinverdiener subventioniert werden“ und weiter „ohne stärkere Beteiligung wohlhabender Personenkreise und hoher Einkommen an den Gesundheitskosten, ohne den Verzicht auf lieb gewonnene Ansprüche, ist eine Sanierung der GKV nicht durchführbar“.
Von welchem Land schreibt eigentlich der Autor? Die Beteiligung an der Solidargemeinschaft wird doch nicht nur durch eine dynamische Besteuerung erreicht, sondern auch durch den nicht unbeträchtlichen Beitrag der Privatversicherten zur Existenz niedergelassener Ärzte und der Krankenhäuser. Ohne diese „Selbstzahler“ wären zahlreiche Praxen und Krankenhäuser in Deutschland schon längst pleite.
Die bereits existierende drastische Umverteilung hat dazu geführt, dass in unserem Land die Risikobereitschaft erschreckend gering ist, die Elite wegläuft und Investitionen deutscher und ausländischer Firmen erheblich zurückgehen. Wenn nicht auf allen Ebenen mehr Eigenverantwortung gefordert wird, fallen wir noch weiter zurück und verstärken das Bild einer leistungsfeindlichen, egoistischen Nation. Ich möchte nicht falsch verstanden werden: Solidargemeinschaft muss sein – solidarisch heißt aber auch, Verantwortung für sich selbst zu schultern, bevor man Nachbarschaftshilfe anmahnt.
Prof. Dr. N. Reifart, Kliniken des Main-Taunus-Kreises, Kronberger Straße 36, 65812 Bad Soden
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