ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2003VW FSI-Motortechnik: Geringer Verbrauch mit Direkteinspritzung

VARIA: Auto und Verkehr

VW FSI-Motortechnik: Geringer Verbrauch mit Direkteinspritzung

Dtsch Arztebl 2003; 100(45): A-2965

Seidel, Marc

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Für bessere Verbrauchswerte setzt Volkswagen verstärkt auf die
FSI-Technologie.

Bereits 1989 führte VW den ersten direkteinspritzenden Dieselmotor (TDI) bei PKWs ein. Diese damals revolutionäre Technik vereinte Sportlichkeit mit einer deutlichen Verbrauchsreduzierung. Die Direkteinspritztechnik kann aber nicht nur bei den Selbstzündern, sondern in abgewandelter Form auch bei Benzinmotoren (FSI) eingesetzt werden. Hier wird der Treibstoff nicht mehr in das Ansaugrohr eingespritzt, sondern direkt in den Brennraum. Die neue Technik reduziert nicht nur den Verbrauch, sie verringert auch den Ausstoß des für den Treibhauseffekt mit verantwortlich gemachten Kohlendioxids.
Wie funktioniert FSI? Im so genannten Teillastbereich kommt ein Schichtladeverfahren zum Einsatz, bei dem sich das zündfähige Gemisch zentral im Brennraum bildet. Im Randbereich des Zylinders befindet sich hingegen reine Luft. Zusammen mit einem zusätzlichen NOx-Speicherkatalysator ergeben sich daraus bessere Motorleistungsdaten bei gleichzeitig verbesserten Abgaswerten.
Der NOx-Speicherkatalysator übernimmt neben der normalen Abgasreinigung die Speicherung der Stickoxide. Diese fallen bei der extrem „mageren“ Verbrennung der Schichtladung an. Ist der „Speicher“ voll, meldet dies eine Messsonde an die Motorsteuerung. Das Triebwerk wird jetzt kurzzeitig auf ein fettes Gemisch umgestellt. In dieser Regenerationsphase, die etwa alle 60 Sekunden durchgeführt wird, verbrennen alle Stickoxide zu unschädlichen Stickstoffverbindungen.
Allerdings verträgt dieser spezielle Katalysator keine Schwefelverbindungen. Diese verringern nach und nach den Wirkungsgrad der Entgiftungsanlage. Erst hohe Temperaturen lassen die Schwefelverbindungen im Katalysator verbrennen und stellen dadurch den optimalen Wirkungsgrad wieder her.
Die benötigten 650 Grad Celsius fallen im gemischten Fahrbetrieb häufig genug an, nicht jedoch im Stadtverkehr. Die Motorsteuerung kompensiert dies dann durch eine gezielte aktive Entschwefelung, indem auf die benötigten Temperaturen erhitzt wird. Aufgrund dieses Effekts erreichen FSI-Motoren ihre optimalen Werte nur mit schwefelfreiem Treibstoff.
Premiere feierten die FSI-Motoren im Lupo mit einem 1,4-Liter-Aggregat. Der Verbrauch des 77 kW (105 PS) starken Motors ist mit 4,9 Litern angegeben und liegt damit nach Angaben des Herstellers rund 30 Prozent unter dem Niveau eines herkömmlichen Benzinmotors mit gleicher Leistung.
Mittlerweile kommen FSI-Motoren auch beim Golf und Bora zum Einsatz. VW will die FSI-Motorenpalette weiter ausbauen. Marc Seidel
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