ArchivDeutsches Ärzteblatt45/2003Unerledigter Gutachtenauftrag: Verstoß gegen berufsrechtliche Pflichten

VARIA: Rechtsreport

Unerledigter Gutachtenauftrag: Verstoß gegen berufsrechtliche Pflichten

Dtsch Arztebl 2003; 100(45): A-2968

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LNSLNS Im entschiedenen Fall hatte eine Privatpatientin im Januar 2000 ihren Arzt gebeten zu klären, ob sich bei ihr durch einen Verkehrsunfall ein Hüftimplantat gelockert habe. Sie übergab ihm sämtliche Unterlagen wie Untersuchungsbefunde, Röntgenbilder und Kernspin-Aufnahmen im Original. Im Juni 2000 untersuchte der Arzt die Patientin erneut. Da die Krankenunterlagen nicht mehr auffindbar waren, mussten neue Röntgenaufnahmen gefertigt werden. Im Anschluss versprach der Arzt das geforderte Gutachten.
Trotz wiederholter Anfragen, auch durch einen Rechtsanwalt, wurde es aber nicht erstellt. Einer Bitte um Stellungnahme des ärztlichen Kreisverbandes kam der Arzt nie nach. Zurückgegeben wurden die Krankenunterlagen ebenso wenig.
Durch sein Verhalten hat der Arzt gegen § 25 Abs. 2 Berufsordnung verstoßen. Ein im Januar 2000 übernommener Gutachterauftrag, der 2003 immer noch nicht erledigt ist, ist unzweifelhaft nicht innerhalb einer angemessenen Frist. Der Arzt hat auch keinerlei Rücksicht auf seine Patientin genommen. Das Berufsgericht hielt eine Geldbuße von 5 000 Euro für geboten. (Berufsgericht für die Heilberufe bei dem Oberlandesgericht München, Urteil vom 7. Mai 2003, Az.: BG-Ä 20/02) Be
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