ArchivDeutsches Ärzteblatt46/1996Börsebius – Rund ums Geld: Effektivrendite

VARIA: Schlusspunkt

Börsebius – Rund ums Geld: Effektivrendite

Dtsch Arztebl 1996; 93(46): [40]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Vor einigen Wochen haben Sie die neuen Genußscheine der Commerzbank empfohlen. Damals habe ich sie nicht bekommen, und jetzt sind sie schon vier Prozent gestiegen, kann ich die trotzdem noch kaufen? Diese Frage wurde mir beim Börsebius-Telefonservice letzten Samstag mehrfach gestellt.
Ja, es lohnt sich immer noch, diese Papiere mit der Wertpapierkenn-Nummer 816120 zu kaufen. Bedenken Sie, daß bei einem Kurs um 104 und einer Nominalverzinsung von 7,9 Prozent die Effektivverzinsung immer noch stolze 7,3 Prozent beträgt. Also keine üble Rendite in diesen mageren Zeiten.
Ach ja, der Effektivzins. Ich habe aus vielen weiteren Anrufen den Eindruck gewonnen, daß viele Anbieter von Rentensparplänen, Lebensversicherungen oder ähnlichen Modellen zur Altersvorsorge es klammheimlich unterlassen, darauf hinzuweisen, daß sie eben nicht den Effektivzins ausweisen.
So auch die Nachfrage einer Dame aus Weimar. Ihr wurde wärmstens ein Rentenplan empfohlen. Das sei mit einer Rendite von 7,3 Proznent doch eine prima Sache. Hört sich gut an, ist aber trotzdem eine Mogelpackung. Es handelt sich bei dieser Renditeangabe nämlich um den Durchschnittszins!
Eine einfache, aber wichtige Rechnung mag hier die Heimtücke so manchen Angebots ausleuchten. Gesetzt, Sie haben 100 000 Mark zwölf lange Jahre übrig. Das Geld wird zu 7 Prozent mit Zins und Zinseszins angelegt. Dann, man glaubt es kaum, gehören Ihnen am Ende 225 219 Mark. Oder in anderen Worten: Ihr Kapital hat in zwölf Jahren 125 Prozent zugelegt. Oder nochmal anders: 125 Prozent geteilt durch 12 Jahre macht einen Durchschnittszins von 10,43 Prozent! An der Effektivverzinsung von 7 Prozent hat sich freilich kein Jota geändert.
Umkehrschluß also: Wenn einer mit 7,3 Prozent wirbt, und es handelt sich hier um den (schamhaft verschwiegenen) Durchschnittszins, dann ist die dieser Verzinsung zugrundeliegende Effektivrendite ziemlich mickrig.
Und dann war da auch ein Ruheständler, der hatte an seinem Heimatort bei vier verschiedenen Banken je ein Wertpapierdepot, weil "es sich halt so gehört". Zusammengerechnet würden die Depots auf gut 1,5 Millionen Mark kommen, davon die Hälfte Aktien, und die gilt es ja zu beobachten. Wohl wahr.
Aber einmal abgesehen von der lästigen Fummelei mit den verschiedenen Bankabrechnungen – ist recht unverständlich, warum die Depots nicht bei einer Bank zusammengeführt werden. Sowohl bei der Jahresdepotgebühr als auch bei den Bankspesen für Kauf und Verkauf lassen sich per Saldo jährlich ein paar Tausend Mark sparen. Handeln vorausgesetzt. Börsebius
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