ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2003Brustkrebs-Patientinnen: Psychosoziale Versorgung verbessern

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Brustkrebs-Patientinnen: Psychosoziale Versorgung verbessern

PP 2, Ausgabe November 2003, Seite 484

PB

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LNSLNS Nordrhein will Psychotherapeuten an DMP beteiligen.
Die Kassenärztliche Vereinigung Nordrhein (KVNo) will die psychosoziale Versorgung von Patientinnen mit Brustkrebs verbessern. Über die Aufnahme eines psychotherapeutisch-psychoonkologischen Behandlungsmoduls in das Disease-Management-Programm (DMP) Brustkrebs verhandelt die KV zurzeit mit den Krankenkassen. Bundesweit wäre es das erste Mal, dass Psychotherapeuten in ein DMP einbezogen würden. Grundlage der Verhandlungen ist ein von ärztlichen und Psychologischen Psychotherapeuten erarbeitetes dreistufiges Konzept, das der Beratende Fachausschuss „Psychotherapie“ bei der KVNo empfohlen hat. In einem Screening-Verfahren soll zunächst die psychische Belastung aller DMP-Brustkrebs-Patientinnen erfasst werden. Die zweite Stufe umfasst niedrigschwellige psychotherapeutisch-psychoedukative Angebote. Die dritte sieht psychotherapeutische Interventionen bei psychischer Komorbidität vor, bei psychisch mitverursachten körperlichen Beschwerden und bei familiären Belastungen, die aus der Krebserkrankung resultieren.
Die Empfehlung an die Patientin für eine psychotherapeutische Intervention soll der DMP-verantwortliche Arzt, in der Regel der niedergelassene Gynäkologe oder der Arzt im Brustzentrum, geben. Ulrich Meier, Vorstandsmitglied der KVNo, schätzt den Bedarf auf etwa 15 Prozent. Die am DMP-Brustkrebs teilnehmenden Psychotherapeuten benötigen psychoonkologisches Wissen. Hierzu werden Fortbildungscurricula entwickelt, deren Nachweis nach einer Übergangsfrist von zwei Jahren verpflichtend werden soll.
Im Rahmen der „Konzertierten Aktion gegen Brustkrebs in NRW“ sind 50 Brustzentren in Nordrhein-Westfalen geplant, die auch psychoonkologische Betreuung gewährleisten müssen. „In Kürze werden die ersten Einrichtungen in den Krankenhausplan aufgenommen“, sagte die Staatssekretärin im Landesgesundheitsministerium, Cornelia Prüfer-Storcks, beim Landespsychotherapeutentag in Neuss. Die Psychotherapeutenkammer NRW leitet in der Konzertierten Aktion eine Arbeitsgruppe, die Konzepte zur psychoonkologischen Begleitung ausarbeitet. PB
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