ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2003Flüchtlinge: Grundlage für weitere Verhandlungen
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LNSLNS Dem Verfasser dieses Artikels sei für seine klare Stellung-
nahme ausdrücklich gedankt.
Die Versuche der Innenministerkonferenz, medizinisches Personal als Helfershelfer bei Abschiebungen zu missbrauchen, widerspricht allen medizinisch-ethischen Standards, denen sich die Ärzteschaft in großer Mehrheit nicht erst seit den Ärztetagsbeschlüssen von 1996, 1999 und 2001 verpflichtet fühlt.
Auch das Aktionsnetz der Heilberufe der deutschen Sektion von amnesty international beobachtet mit großer Besorgnis, dass durch solche Maßnahmen das Vertrauensverhältnis zwischen Ärztinnen und Ärzten und den bei ihnen Hilfe suchenden traumatisierten Flüchtlingen untergraben wird. Allein die Lebensbedingungen in Deutschland bedeuten für viele bei uns Schutz suchende Flüchtlinge eine Fortsetzung der schon im Herkunftsland erlittenen Traumatisierungen. Das Aktionsnetz der Heilberufe steht uneingeschränkt hinter den Ärztetagsbeschlüssen zu dieser Thematik und fordert die Bundes­ärzte­kammer auf, sich allen weiteren Versuchen zu widersetzen, unter dem Vorwand notwendiger gesetzlicher Regelungen ärztliches Selbstverständnis ad absurdum zu führen.
Die von wissenschaftlichen Fachgesellschaften erarbeiteten „Standards zur Begutachtung psychoreaktiver Traumafolgen (im aufenthaltsrechtlichen Verfahren)“, an deren Entwicklung auch Mitglieder des Aktionsnetzes aktiv beteiligt waren, sollten unseres Erachtens als Grundlage für weitere Verhandlungen mit den Innenministern dienen. Damit könnte allen Bestrebungen, die Ärzteschaft politisch zu instrumentalisieren, wirkungsvoll begegnet werden.
Dr. med. Johannes Bastian, ai-Aktionsnetz der Heilberufe, Karl-Knöller-Straße 5/I, 75417 Mühlacker
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