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LNSLNS Es wird gegessen, was vom Schiff kommt!" Die Ankunft eines Frachters aus den USA im Hamburger Hafen läßt die Diskussion über die Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Nahrungsmitteln erneut aufflammen. An Bord: 60 000 Tonnen einer brisanten Mischung aus "normalen" Sojabohnen und ihren gentechnisch veränderten Artgenossen. Für die Verbraucher stellt sich das Problem, daß sie mangels Kennzeichnung nicht die Wahl haben, ob sie Gen-Soja in ihren Speiseplan aufnehmen wollen oder nicht. Vermischt gleichen sich die Bohnen wie ein Ei dem anderen. Tückischerweise handelt es sich bei Soja zudem um einen der wichtigsten Rohstoffe der Lebensmittelindustrie. Sie wird in rund 30 Prozent aller Nahrungsmittel verarbeitet, von Öl und Margarine über Fertiggerichte bis zum Schokoriegel. Geschrotet landet Soja außerdem als Futtermittel in der Tierzucht.
Nun lehnen aber einer Emnid-Umfrage zufolge mehr als 70 Prozent der Verbraucher in Deutschland GenNahrung ab. Einige große Lebensmittelkonzerne wollen sich deshalb zunächst bei der Verarbeitung der genmanipulierten Sojabohnen zurückhalten, obwohl sie der Gentechnik in der Nahrungsmittelproduktion positiv gegenüberstehen. Einen Verbraucherboykott wird man kaum riskieren wollen.
Ähnlich geht es Bun­des­for­schungs­minis­ter Rüttgers. Er setzt sich für eine freiwillige Kennzeichnung von gentechnisch veränderten Lebensmitteln ein. Im Gegensatz zu manchem EU-Kommissar sieht er darin weder eine Überforderung der Verbraucher noch eine Diskriminierung der neuen High-Tech-Lebensmittel. Er glaubt vielmehr, daß ohne Kennzeichnungspflicht in naher Zukunft mit dem Aufdruck "gentechnikfrei" geworben wird.
Tatsache ist, daß gentechnisch veränderte Nahrungsmittel nach Deutschland eingeführt werden. Jetzt setzen sich auch im Bundesrat mehrere Länder für eine umfassende Kennzeichnung dieser Lebensmittel ein.
Auch der 99. Deutsche Ärztetag hat sich mit diesem brisanten Thema befaßt. Er sprach sich eindeutig für die Kennzeichnung aus. Das allergene Potential von neueingeführten Proteinen sei nicht abschätzbar, und ein mögliches Risikopotential liege in der gentechnischen Modifizierung, bei der sich Antibiotika-Resistenzen entwickeln könnten.
Soviel ist klar: eine eindeutige Regelung ist überfällig. In den USA wartet bereits das Saatgut von manipuliertem Raps, Kartoffeln, Mais und Baumwolle auf seine Vermarktung. Heike Korzilius
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