ArchivDeutsches Ärzteblatt PP11/2003Medizin für Psychologen und Psychotherapeuten

BÜCHER

Medizin für Psychologen und Psychotherapeuten

PP 2, Ausgabe November 2003, Seite 482

Köhler, Thomas

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Medizin für Psychologen
Schwieriger Spagat
Thomas Köhler: Medizin für Psychologen und Psychotherapeuten. Orientiert an der Approbationsordnung für Psychologische Psychotherapeuten. Schattauer GmbH, Stuttgart, New York, 2003, X, 326 Seiten, 11 Abbildungen, 21 Tabellen, kartoniert, 35,95 A
Das Buch will medizinisches Wissen zur diagnostischen Einordnung von Krankheitsbildern vermitteln, denen Psychologische Psychotherapeuten häufig begegnen. Es will Kenntnisse der Wirkungsmechanismen von Psychopharmaka und ihrer Auswirkungen auf den Organismus geben sowie eine leicht verständliche Einführung in die medizinische Fachterminologie. Dies sind hohe Anforderungen für eine Zusammenfassung von etwas mehr als 300 Seiten.
In der Komplexität des Dargebotenen liegt die Grenze der Benutzerfreundlichkeit. Der Leser erhält eine Fülle von Stichwörtern, deren kurz gefasste Erklärung bei der Prüfung im Multiple-Choice-Verfahren hilfreich sein kann, für ein vertieftes Verständnis jedoch nicht ausreichen kann. Hier mag die Orientierung an den Anforderungen der Approbationsordnung für Psychologische Psychotherapeuten eine Rolle spielen. Es fehlen jedoch Kriterien für die Auswahl des Dargestellten.
Legt man als Maßstab dafür die Frage zugrunde, welches medizinische Wissen Psychologische Psychotherapeuten in der täglichen Praxis brauchen, so würde man sich einige Ergänzungen wünschen:
c Ausführliche Hinweise auf notwendige differenzialdiagnostische Abklärungen möglicher somatischer Ursachen bei psychogenen Krankheiten, zum Beispiel die Differenzialdiagnostik von Angsterkrankungen und somatoformen Störungen. Manche sind zwar erwähnt. Hier fehlt der deutliche Hinweis, wann ein Spezialist hinzugezogen werden muss. Das der Autor das Problem kennt, zeigt der „besondere Hinweis“ in Bezug auf Medikamente zu Beginn des Buches.
c Eine ausführliche Beschreibung von Komorbiditäten, die im Rahmen körperlicher Erkrankungen auftreten können und eine vernetzte somatische und psychotherapeutische Behandlung erfordern. Diese Anforderung gilt zwar auch für somatische Lehrbücher, sollte jedoch in der „Medizin für Psychotherapeuten“ nicht fehlen.
c Kurze Querverweise auf psychologische Behandlungsmethoden, zum Beispiel bei der Schmerztherapie, die sich aus den dargestellten medizinischen Zusammenhängen ergeben.
Zusammenfassend bietet das Buch einen Überblick über die medizinische Fachterminologie, wie sie zur Prüfungsvorbereitung erforderlich ist. Das Buch zeigt aber auch das Dilemma, das entsteht, wenn komplexe wissenschaftliche Zusammenhänge komprimiert dargestellt werden sollen. Legt man den Schwerpunkt mehr auf die Darstellung von Zusammenhängen oder auf eine umfassende Sammlung von fachterminologischen Begriffen? Das Buch versucht beidem gerecht zu werden, was nicht immer befriedigt. Karin Bell
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema