ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2003Lebenszufriedenheit: Wirkt diskriminierend

BRIEFE

Lebenszufriedenheit: Wirkt diskriminierend

Dtsch Arztebl 2003; 100(46): A-3004 / B-2497 / C-2338

Schulenberg, Helga

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LNSLNS In obigem Interview wird betont, dass zunehmend Ärztinnen und deren Lebenspartner unter den Anforderungen des Arztberufes leiden. Die Art der Darstellung lässt den Schluss zu, dass der Grund hierfür in der geschlechtsspezifischen Art zu reagieren läge. Ich möchte mich gegen diese Form der Darstellung wehren. Ist es nicht vielmehr so, dass die Rollenverteilung früher bedingt hat, dass die Ehepartnerin des durch den Beruf überforderten Mannes stillschweigend ausgeglichen hat und sich mit der Situation abgefunden hat, versucht hat, die Kinder allein zu erziehen.
Dass das Problem, das alle Ärzte betrifft, überwiegend Frauen zur Psychotherapie führt, liegt nicht am Problem, sondern an der Tatsache, dass Frauen – um es sehr pauschal auszudrücken – das Problem angehen wollen und verbalisieren können. Und auf der anderen Seite auch daran, dass die männlichen Partner nicht bereit sind, duldend die Auswirkungen der Überforderung hinzunehmen. Sie geben mir sicher Recht, dass mangelnde körperliche Pflege ebenso häufig beim überforderten Mann zu finden ist, wie es in Ihrem Artikel für die Frau beschrieben wird.
Die Schilderung der auftretenden Krankheitsbilder und der seelischen wie körperlichen Vernachlässigung, speziell der Kolleginnen, wirkt auf mich diskriminierend, obwohl ich hoffe, dass diese Wirkung nicht beabsichtigt ist.
Dr. Helga Schulenberg, alleinerziehende Mutter von vier Kindern (und nicht überfordert), Titiseestraße 17, 79822 Titisee-Neustadt
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