ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2003Phosphodiesterasehemmer: Vardenafil wird rasch resorbiert

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Phosphodiesterasehemmer: Vardenafil wird rasch resorbiert

Dtsch Arztebl 2003; 100(46): A-3033

Bischoff, Martin

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LNSLNS An erektiler Dyfunktion leidet in Deutschland durchschnittlich jeder vierte bis fünfte Mann. Nur ein geringer Teil wird vom Arzt diagnostiziert und wiederum nur ein Teil letztlich behandelt. Dass so wenige der betroffenen Männer zum Arzt gehen, liegt nicht an den therapeutischen Möglichkeiten, denn spätestens seit Einführung des ersten oral applizierbaren Phosphodiesterase-5(PDE5)-Hemmers sind hohe Effektivität und gute Verträglichkeit weitgehend gegeben.
Eine deutsche Entwicklung
Nach Sildenafil wurden noch zwei weitere PDE5-Hemmer zugelassen: im November 2002 Tadalafil und mit Vardenafil im März 2003 der erste in Deutschland entwickelte Vertreter dieser Substanzklasse. Vardenafil (Levitra®) zeichnet sich durch besondere Schnelligkeit aus. Nach oraler Applikation werde die Substanz rasch resorbiert, berichtete Prof. Hartmut Porst (Hamburg) in München. Bereits nach 60 Minuten werden die maximalen Konzentrationen erzielt, die Eliminationshalbwertszeit liegt bei vier bis fünf Stunden. Der Patient kann davon ausgehen, dass bei sexueller Stimulation im Zeitraum von 25 Minuten bis fünf Stunden eine Erektion erfolgen kann.
Viele der Männer, die Probleme mit ihrer Erektionsfähigkeit haben, litten unter Begleiterkrankungen wie Hypertonie, Diabetes mellitus oder koronarer Herzerkrankung, erklärte Porst. Auch diese Menschen profitieren unabhängig von Schweregrad und Ätiologie der sexuellen Störung von Vardenafil. Belegt ist dies beispielsweise in einer in Deutschland und Frankreich durchgeführten offenen „reale Welt“-Studie mit 398 unausgewählten Teilnehmern. Die initiale Dosierung betrug 10 mg täglich, konnte bei Bedarf aber innerhalb der zehn Wochen zweimal auf 20 mg erhöht oder auf 5 mg verringert werden.
Vardenafil wird allgemein gut vertragen. Nebenwirkungen sind meist durch die Blockade der Phosphodiesterase-5 bedingt und umfassen Kopfschmerzen, Gesichtsröte und verstopfte Nase. Wie für die anderen Vertreter dieser Substanzklasse auch, besteht eine absolute Kontraindikation bei gleichzeitiger Behandlung mit NO-Donatoren. Man sollte auch beachten, dass es durch die Metabolisierung über das hepatische Cytochrom-P450-System zu Interaktionen, beispielsweise mit Ketoconazol, Erythromycin, Itraconazol, Ritonavir oder Indinavir kommen kann. Martin Bischoff

Fachpressekonferenz „Levitra®“, veranstaltet von Bayer Vital und GlaxoSmith-Kline in München
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