ArchivDeutsches Ärzteblatt46/2003Schmerztherapie: „Lichtblick“ für die zertifizierte Fortbildung

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Schmerztherapie: „Lichtblick“ für die zertifizierte Fortbildung

Dtsch Arztebl 2003; 100(46): A-3034

Wehr, Alexander

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LNSLNS Chronische Schmerzen sind mehrdimensional und fast ausschließlich eine Mixtur aus körperlicher Schmerzempfindung und psychischem Schmerzleiden. Erst vor einigen Jahren brachte die Schmerzforschung ans Licht, dass dauerhafte wie auch starke Schmerzen zur Bildung eines Schmerzgedächtnisses führen. Dadurch wird die Übertragung von Schmerzreizen verstärkt. Auch wenn nur ein schwacher oder gar kein Auslöser vorhanden ist, werden vom Patienten starke Schmerzen im Sinne einer Hyperalgesie empfunden.
Experimentelle Untersuchungen einer Forschergruppe um Prof. Jürgen Sandkühler (Institut für Hirnforschung, Wien) gaben Hinweise darauf, dass Opioide zur Löschung des Schmerzgedächtnisses beitragen können. Durch eine kurzzeitige Erregung eines bestimmten Opiatrezeptors konnte die gesteigerte Empfindlichkeit der Nervenzellen für Schmerzreize über viele Stunden nach Beendigung der Opiatgabe wieder normalisiert werden. Diese Wirkung müsse jetzt auch beim Menschen bestätigt werden, erklärte Sandkühler in Hamburg. Die tragende Säule der modernen Schmerztherapie ist die medikamentöse Behandlung nach einem von der Welt­gesund­heits­organi­sation entwickelten Stufenschema. „Bei konsequenter Therapieplanung und -anpassung kann bei 80 bis 90 Prozent der Patienten eine zufriedenstellende Schmerzreduktion erreicht werden“, betonte Dr. Michael Stumpf (Bremen).
Unter dem Slogan „Lichtblick Schmerztherapie“ bietet der Bundesverband Deutsche Schmerzhilfe e.V. gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. und der Deutschen Schmerzgesellschaft e.V. eine bundesweite, zertifizierte Fortbildungsreihe zum Thema Schmerz an. Unterstützt wird sie von der Firma Janssen-Cilag. Ziel ist die praxisorientierte Vermittlung von Diagnose- und Behandlungsoptionen bei akutem und chronischem Schmerz. Auch sollen Forschungsergebnisse zur Schmerzentstehung und Chronifizierung vermittelt werden. Alexander Wehr

Informationen zu den Veranstaltungen findet man im Internet unter: www. schmerzselbsthilfe.de. Bei Anfragen und Anmeldungen zu den einzelnen Terminen können sich Interessenten unter der Telefon-Nummer:
0 41 42/81 04 34 direkt an die DSH wenden.
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