ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2003Klinische Studien: Förderung beschlossen

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Klinische Studien: Förderung beschlossen

Dtsch Arztebl 2003; 100(47): A-3056 / B-2536 / C-2372

Merten, Martina

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LNSLNS Programm soll deutsche Studienkultur verbessern.
Das Bun­des­for­schungs­minis­terium und die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) wollen die klinische Forschung in Deutschland wieder wettbewerbsfähig machen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sie gemeinsam ein Programm für die patientennahe medizinische Forschung gestartet. Es finanziert klinische Studien unabhängig von ihrer Fragestellung oder der jeweiligen Krankheit. Ministerium und DFG stellen jeweils für die Dauer von vier Jahren 20 Millionen Euro zur Verfügung.
„Klinische Studien sind unverzichtbar, um die Ergebnisse der Humangenomforschung in die Anwendung zu bringen und für die Weiterentwicklung von Prävention, Diagnose und Therapie zu nutzen“, sagte Bun­des­for­schungs­minis­terin Edelgard Bulmahn bei der Vorstellung des Programms Mitte November in Berlin. DFG-Präsident Prof. Dr. Ernst-Ludwig Winnacker betonte, dass mithilfe der Förderung auch solche Studien finanziert werden könnten, bei denen kleine Patientengruppen untersucht werden. An solchen Studien habe die Pharmaindustrie meist kein wirtschaftliches Interesse.
Der Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) begrüßte das Programm. Da die Mehrzahl der international bedeutenden Studien mittlerweile von Ärzten aus anderen Ländern geleitet würden, sei es notwendig, Deutschland als Standort für die klinische Forschung wieder interessanter zu machen. Kritik übte der VFA-Geschäftsführer Forschung, Entwicklung und Innovation, Dr. Siegfried Throm, jedoch an der Themenunabhängigkeit des Programms: „So eine Förderung mit der Gießkanne birgt die Gefahr, Deutschland in der Breite nur ein bisschen weniger mittelmäßig zu machen, statt das Land auf ausgewählten Gebieten an die Weltspitze zurückzuführen.“
Informationen zur Antragstellung findet man im Internet unter: www.gesundheitsforschung-bmbf.de. MM
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