ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2003Bürgerversicherung: „Bürger“ klingt gut

BRIEFE

Bürgerversicherung: „Bürger“ klingt gut

Dtsch Arztebl 2003; 100(47): A-3089 / B-2567 / C-2397

Tollkötter, Rainer

Zur Diskussion um die Bürgerver- sicherung:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Wir leben im Zeitalter des Hedonismus. Den Vergnügten darf nichts Unangenehmes zugemutet werden; das könnte den Genuss ohne Reue stören.
Deshalb hat der Markt für euphemistische Begriffe Konjunktur. So fahren bei uns hier in der ländlichen Gegend Tanklastwagen umher mit der Aufschrift „Bioenergie“. Sie holen bei den Bauern überschüssige Gülle ab und bringen sie zum Biogaswerk. Im Tank ist also . . . ? Richtig.
Mit der Bürgerversicherung ist es ähnlich. „Bürger“ klingt gut, so wie „Bürgerbeteiligung“, „Bürgerrecht“ . . .
In Wirklichkeit handelt es sich um eine neue pauschale Abgabe, vulgo Steuern (die Abgaben zur GKV sind insgesamt Steuern). Der richtige Begriff wäre also: Allgemeine Gesundheitssteuer; der Vorgang als solcher wäre eine Steuererhöhung. Ebenso ist die Praxisabgabe von zehn Euro eine kaschierte Erhöhung der Versicherungsbeiträge, besser: Gesundheitssteuer-Erhöhung
Aber das traut sich keiner, der wiedergewählt werden möchte, zu sagen.
Dr. med. Rainer Tollkötter, Ass. Jur. Finkenburg-Straße 46, 26409 Wittmund
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema