BÜCHER

Gerhard Kienle

Dtsch Arztebl 2003; 100(47): A-3090 / B-2568 / C-2398

Selg, Peter

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LNSLNS Biografie
Besondere Lektüre
Peter Selg: Gerhard Kienle. Leben und Werk. 2 Bände. Band I: Eine Biographie/Band II: Ausgewählte Aufsätze und Vorträge. Verlag Am Goetheanum, CH-4143 Dornach, 2003, 1380 Seiten, zahlreiche Abbildungen, 23 × 15,3 cm, 49 €
Der Arzt Dr. Peter Selg hat mit Liebe und Sorgfalt Leben und Werk des 1983 früh verstorbenen anthroposophischen Arztes und Denkers Gerhard Kienle dargestellt. Die Dokumentation ist vorzüglich, doch fehlen ein Sach- und vor allem ein Personenverzeichnis. Kienle, der bedeutendste Vertreter der neueren Anthroposophie, hat zusammen
mit Gleichgesinnten das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke (1969) sowie
– gegen viele Widerstände – die Privatuniversität Witten-Herdecke (Anerkennung 1982), die Erste ihrer Art in Deutschland, gegründet. Er hat darüber hinaus in mehr als 300 Büchern, Aufsätzen, Vorträgen sowie zahllosen Briefen das Werk Rudolf Steiners (1861–1923) fortgesetzt. Es lässt sich – in seiner eigenen Nomenklatur – als menschenzentrierte, individuelle, christengemeinschaftliche Medizin bezeichnen. Sein letztes, unvollendetes Werk ist eine „ungeschriebene Philosophie Jesu“, deren 43 Prinzipien heute noch lesenswert sind.
In Kienles aktive Zeit fielen in den späten 70er-Jahren auch die Auseinandersetzungen um das neue Arzneimittelgesetz, in die Kienle lautstark und erfolgreich eingriff – zu einer Zeit, als die Evidence-based-Medicine noch nicht in aller Munde war. Für anthroposophisch orientierte Ärzte sind die beiden Bände ein unerschöpfliches Nachschlagewerk, für naturwissenschaftlich denkende „Schulmediziner“, zu denen sich auch der Rezensent zählt, eine Fundgrube für Anerkennung und Widerspruch. In jedem Fall: eine besondere Lektüre. Rudolf Gross
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