ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2003Frühlockerung von Hüftgelenkendoprothesen: Sonographie hat entscheidende Vorteile

MEDIZIN: Diskussion

Frühlockerung von Hüftgelenkendoprothesen: Sonographie hat entscheidende Vorteile

Dtsch Arztebl 2003; 100(47): A-3115 / B-2588 / C-2416

Diepolder, Michael

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LNSLNS Der Beitrag beschreibt eingehend die radiologischen Kriterien einer Hüftendoprothesenlockerung. Ich halte es für notwendig, auch auf die Möglichkeiten der sonographischen Diagnostik hinzuweisen, insbesondere ergibt sich in der Sonographie die Möglichkeit, Weichteilveränderungen trotz des implantierten Metalls rasch nachzuweisen. Hier liegt der entscheidende Vorteil gegenüber CT- und MRT-Diagnostik, welche ja bekanntlich durch die Artefakte bei dieser Fragestellung in der Regel nicht verwertbar sind. Die Sonographie kann eine Weichteilveränderung mit intraartikulärer Volumenzunahme, wie dies etwa bei infektiösen Prozessen zu erwarten ist, rasch nachweisen. Aber auch eine Fremdkörperreaktion, etwa bei sich lockernden zementierten Prothesen, führt zu einer Abhebung der Neokapsel und intraartikulären Volumenänderungen. Dies ist nach meiner Erfahrung als ein wesentlicher Baustein auch in der Diagnostik von Endoprothesenlockerungen zu werten.
Nach Implantation einer Hüft-TEP ist sonographisch nach etwa sechs bis zehn Wochen die Neokapsel abgrenzbar. Der Abstand zwischen der Kapsel und den vom Prothesenmaterial (Prothesenkopf und Prothesenhals) hervorgerufenen Reflexen beträgt in der Regel nicht mehr als 10 mm.

Dr. med. Michael Diepolder
Frankfurter Straße 24
35392 Gießen

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