ArchivDeutsches Ärzteblatt47/2003Offene Grenzen: Kaum frischer Wind

Versicherungen

Offene Grenzen: Kaum frischer Wind

Dtsch Arztebl 2003; 100(47): [71]

rco

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die Liberalisierung des EU- Binnenmarktes für Finanzdienstleistungen Mitte des Jahres 1996 brachte den Versicherungskunden wenig neue Vielfalt. Aber etwas Bewegung ist dennoch in die Versicherungslandschaft geraten. Gerade bei den Lebensversicherungen existiert mittlerweile eine deutlich größere Produktvielfalt als noch vor Jahren. Dies macht jedoch umso gründlichere Vergleiche vor dem Abschluss notwendig. Denn Angebote ausländischer Versicherer unterliegen nicht der deutschen Aufsicht, sondern der des Herkunftslandes. Hierzu einige Beispiele:
- Die französische „Capitalisation“ ist ein Sparvertrag, der keinen oder nur einen minimalen Risikoschutz bietet.
- Die französische und belgische „Tontine“ gleicht einem „russischen Roulette“: Alle Beteiligten zahlen in einen ge-schlossenen Fonds ein, dessen angesammeltes Vermögen derjenige erhält, der am längsten überlebt.
- Die britische „unit linked insurance“ (fondsgebundene Lebensversicherung) wälzt über die Anlage in Wertpapieren das Risiko auf den Versicherten ab.
Im europäischen Ausland wird kühner kalkuliert und zuweilen mit so niedrigen Prämien gearbeitet, dass am Ende der Laufzeit weniger herauskommt, als versprochen wurde. Doch es gibt auch positive Beispiele: Bereits 1988 wurde der britischen Lebensversicherung Equity & Law (heute Axa Leben) die Variable Investment Police, kurz VIP, genehmigt. Diese Form einer renditeorientierten Lebensversicherung wurde damals noch von der deutschen Assekuranz abgelehnt. Heute hat die Axa Leben selbst zwei solcher fondsgebundenen Renten- beziehungsweise Kapitallebensversicherungen am Markt. Auch die Fle-xxl-Life-Police gehört dazu. Hier investiert man in Dachfonds, die man beliebig wechseln kann: Wenn der Anleger der Meinung ist, dass der Aktienmarkt ausgereizt ist, wechselt er in einen Rentenfonds oder umgekehrt. Beim ersten Wechsel ist dies noch kostenfrei. Beim zweiten Umschichten muss der Anleger mindestens 15 Euro, maximal aber 50 Euro Wechselgebühr zahlen. rco
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema