ArchivDeutsches Ärzteblatt48/2003Zwei Wochen Gefahr für tiefe Venenthrombose nach Langstreckenflug

MEDIZIN: Referiert

Zwei Wochen Gefahr für tiefe Venenthrombose nach Langstreckenflug

Dtsch Arztebl 2003; 100(48): A-3180 / B-2649 / C-2474

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LNSLNS In den ersten zwei Wochen nach einem Langstreckenflug besteht ein erhöhtes Risiko, an einer Venenthrombose zu erkranken. Christopher Kelman und Mitarbeiter vom Commonwealth Department of Health and Aging in Canberra, Australien, verglichen die Passagierlisten von Australiern, die zwischen 1981 bis 1999 von einem Langstreckenflug nach Australien zurückgekehrt waren, mit der Klinikaufnahme von Patienten, die aufgrund einer venösen Thromboembolie behandelt wurden.
Bei der Auswertung mussten die Autoren umfangreiches Datenmaterial abgleichen: So wurden 4,8 Millionen Heimatflüge von australischen Staatsbürgern mit den Krankenakten von 13 184 Thrombosepatienten verglichen. Auf diese Weise konnten 153 Personen identifiziert werden, die spätestens 100 Tage nach der Rückkehr von einem Langstreckenflug an einer venösen Thromboembolie erkrankt waren. Lediglich in den ersten 14 Tagen nach der Rückkehr bestand ein vierfach höheres Risiko für eine venöse Thrombose, wobei das Risiko in der ersten Woche mit 5,61 höher war als in der zweiten.
In absoluten Zahlen ist das Thromboserisiko allerdings gering: Kelman
et al. haben errechnet, dass 7,3 pro 1 Million Personen nach einem Langstreckenflug eine venöse Thrombose entwickeln werden. Allerdings deutet der Vergleich der Passagierlisten mit der Zahl der Einwohner im analysierten Gebiet darauf hin, dass nur relativ gesunde Menschen sich auf einen Langstreckenflug begeben haben. So ist nach Auffassung der Autoren bei einer durchschnittlichen Bevölkerung mit einer höheren Inzidenz zu rechnen. me

Kelman CW, Kortt MA, Becker NG, Li Z, Mathews JD, Guest CS, Holman CDJ: Deep vein thrombosis and air travel: record linkage study. BMJ 2003; 327: 1072–1075.

C. W. Kelman, Commenwealth Department of Health and Aging GPO Box 9848 Canberra, ACT 2601 Australien,
E-Mail: christopher.kelman@health.gov.au

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