Supplement: Reisemagazin

Dresden: Ältester Weihnachtsmarkt

Dtsch Arztebl 2003; 100(49): [13]

Berg, Detlef

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Ich durfte die Schönheit atmen wie Försterkinder die Waldluft. Ja, Dresden war eine wunderbare Stadt“, schwärmte Erich Kästner, der vor mehr als 100 Jahren hier geboren wurde, in seiner Autobiografie. Wer heute die Stadt besucht, wird sehen, dass Dresden wieder in altem Glanz erstrahlt.
In der Adventszeit gilt die Visite vor allem dem Striezelmarkt. 1434 erstmals urkundlich erwähnt, ist er der älteste Weihnachtsmarkt in Deutschland. Die Traditionen sind aber bis heute lebendig. Schon der Maler Wilhelm von Kügelgen war vom adventlichen Markttreiben begeistert: „Uns Kinder lockte jener Markt, der nach einem eigentümlichen Backwerk der Striezelmarkt genannt wird. Acht Tage vor dem Feste pflegte sich der Dresdner Altmarkt mit einem Gewimmel höchst interessanter Buden zu bedecken, die abends erleuchtet waren und große Augenlust gewähren. Das Glitzern der mit Rauschgold, bunten Papierschnitzeln und goldenen Früchten dekorierten Weihnachtsbäume, die hell erleuchteten Krippen, Knecht Rupprecht, die Schornsteinfeger von gebackenen Pflaumen, die eigentümlichen Wachsstockpyramiden in allen Größen, endlich das Gewühl der Käufer und höfliche Locken der Verkäufer.“
Der feine Dresdner Christstollen steht im Mittelpunkt des Marktes, der seinen Namen von diesem köstlichen Backwerk erhielt. Mit „Strutzel“ oder „Strietzel“ bezeichnete man im Mittelhochdeutschen ein Hefegebäck in länglicher oder geflochtener Form. In einigen Städten wurde auch „Stollen“ gesagt. Mit der Zeit wurde er mit weiteren Zutaten verfeinert und gehört seit 1617 zum festen Bestandteil des Christfestes. Einen Höhepunkt im vorweihnachtlichen Dresden bildet das alljährliche Stollenfest. 1994 wurde das Fest aus Anlass des 300-jährigen Thronjubiläums von August dem Starken, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, ins Leben gerufen. Der Ursprung liegt allerdings schon im Jahr 1730. Damals ließ August der Starke den ersten Riesenstriezel backen, der einigen Tausend Gästen im „Zeithainer Lustlager“ präsentiert wurde. Heute backen die Mitglieder des „Schutzverbandes Dresdner Stollen e.V.“ einen etwa 3 500 Kilogramm schweren Riesenstollen. Detlef Berg

- Informationen: Dresden-Werbung und Tourismus GmbH, Postfach 12 09 52, 01010 Dresden, Telefon: 03 51/4 91 92-0, Fax: 03 51/ 49 19 21 16, Internet: www. dresden-tourist.de
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