ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2003Westfalen-Lippe: Kein Betrug in großem Stil

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Westfalen-Lippe: Kein Betrug in großem Stil

Dtsch Arztebl 2003; 100(49): A-3202

Flintrop, Jens

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LNSLNS Nur noch zwei Verdachtsfälle auf Falschabrechnungen mit Toten
Fälle, in denen Ärzte mit betrügerischer Absicht Leistungen an verstorbenen Patienten abgerechnet haben, sind Einzelfälle: Dies hat eine gemeinsame Überprüfung von Kassenärztlicher Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) und AOK Westfalen-Lippe ergeben. Bei zwei Ärzten konnte der Verdacht auf Falschabrechnung nicht ausgeräumt werden.
Die Behauptung, Ärzte würden in großem Stil mit den Chipkarten Verstorbener Leistungen abrechnen, hatte im Frühjahr 2003 für Aufregung gesorgt. Die Vorstände von KVWL und AOK Westfalen-Lippe hatten daraufhin vereinbart, Verdachtsfällen gemeinsam nachzugehen. Die AOK Westfalen-Lippe legte 1 700 Abrechnungsfälle aus dem Jahr 2001 vor, bei denen nach dem Tod des Patienten Leistungen abgerechnet wurden. 80 Prozent dieser Abrechnungen waren sofort erklärbar. Es handelte sich um Leistungen, die einmal im Vierteljahr berechnet werden konnten – routinemäßig und zu Recht geschah dies in der Arztpraxis zum Ende des Quartals, auch nach dem Tod der Patienten. Fast alle weiteren Leistungen erwiesen sich nach detaillierter Begründung durch die Ärzte ebenfalls als korrekt abgerechnet.
Zwei Ärzte konnten ihre Abrechnungen nicht schlüssig erklären. Im Fall eines Arztes aus dem Kreis Lippe hat die KVWL bereits die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Bei einem weiteren Arzt prüfen KV und AOK Westfalen-Lippe, ob auch hier ein Einschalten der Staatsanwaltschaft erforderlich ist. JF
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