ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2003Vernetzte Forschung: Konzepte dürfen keine Behinderung darstellen

BRIEFE

Vernetzte Forschung: Konzepte dürfen keine Behinderung darstellen

Dtsch Arztebl 2003; 100(49): A-3230 / B-2688 / C-2511

Stausberg, Jürgen

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Als Rahmen der jeweiligen Umsetzung war es für die Mitglieder der Telematikplattform für Medizinische Forschungsnetze (TMF) nötig, eine abgestimmte Interpretation für den Umgang mit personenbezogenen Daten zu finden. Diesem Ziel werden die Arbeiten von Reng et al. nicht gerecht.
In Pilotvorhaben wurden zwei singuläre Lösungen als „generische“ Datenschutzkonzepte erarbeitet. Damit wird unterstellt, dass alle Forschungsnetze auf diese Pilotvorhaben zurückzuführen sind und keine anderen, datenschutzkonformen Lösungen existieren. Beides ist jedoch unzutreffend.
Eine zentrale Fehlannahme besteht in der Trennung zwischen klinischen und wissenschaftlichen Zielen. Im Idealfall sollten gerade die in der Krankenversorgung bereits erfassten Daten auch für die Forschung genutzt werden können. Gänzlich unberücksichtigt geblieben ist die Qualitätssicherung der Daten über formale Plausibilitätsprüfungen hinaus. Hier droht für diejenigen, die sich für eines der „generischen“ Konzepte entscheiden, die Gefahr eines Datenbestandes minderer Qualität. Viele Forschungsnetze werden eine andere Lösung wählen müssen, um ihre Ziele zu erreichen. Die vorgestellten Konzepte dürfen hierbei keine Behinderung darstellen.
Priv.-Doz. Dr. med. Jürgen Stausberg, Universitätsklinikum Essen, Institut für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Hufelandstraße 55, 45122 Essen
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema