ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2003Krankenhäuser: Das Problem eskaliert
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LNSLNS Auch wir haben offene Posten, und zwar nach Rechnungslegung. Die Aussage der „Kassenfürsten“ ist grob unwahr, und das bewusst (oder die zitierten Herren wissen nicht, was in ihrer Kasse läuft, also glattes Führungsversagen)!
Besonders für Nachoptionshäuser ist die Situation durch Prüfung (und in der Regel Zahlungsverzögerung) bei inzwischen circa neun Prozent der Fälle prekär (Daten aus einem großen bayrischen Haus). Wenn Sie sich einmal die Mühe machen, im myDRG-Forum der diesbezüglichen Diskussion zu folgen, wird Ihnen auch völlig klar, dass die Kassen genau das tun, was ihnen vorgeworfen wird.
Die Stellungnahme und das Dementi sind reine Augenwischerei, und die 1 700 anhängigen Sozialgerichtsverfahren sprechen ja auch für sich (und das nur in einem Bundesland).
Machen Sie sich vom Ärzteblatt mal die Mühe, die Entwicklung der Sozialgerichtsverfahrensfälle der letzten Jahre statistisch nach Kassenarten auszuwerten, und Sie werden sehen, der Anstieg ist dramatisch. Und das, obwohl man noch vor ein paar Jahren auf Krankenhausseite lieber auf einige Einzelfälle verzichtete (und damit, obwohl man im Recht war, nicht klagte), als dann bei der Pflegesatzverhandlung als unleidliches Krankenhaus abgestraft zu werden.
Das wird dann vielleicht einige der „Kassenfürsten“ endlich ihren Job kosten und den Weg frei machen für Transparenz und Offenheit, wie sie den Krankenhäusern ja jetzt auferlegt wird. Und genau diese Transparenz wird durch die zunehmende, von der Politik erzwungene, verbesserte Datenerfassung und die damit mögliche Datenauswertung noch viel mehr für die Verantwortlichen unangenehme Wahrheiten ans Licht bringen – und das kassenbezogen.
Schon die kommerziellen Fortbilder (580 Euro!) bieten spezielle Schulungen an, wie man diesem (von den Kassen ja abgestrittenen) Problem begegnen kann. Sie können sicher sein, dass das Problem nicht nur existiert, sondern auch eskaliert.
Thomas Lückert,
Karlstadter Straße 31, 13189 Berlin
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