ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2003Versorgung des akut verwirrten alten Menschen – eine interdisziplinäre Aufgabe: Bessere Versorgung in gerontopsychiatrischen Zentren

MEDIZIN: Diskussion

Versorgung des akut verwirrten alten Menschen – eine interdisziplinäre Aufgabe: Bessere Versorgung in gerontopsychiatrischen Zentren

Dtsch Arztebl 2003; 100(49): A-3253

Remlein, Karl-Hubert

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LNSLNS Ich bin sicher, dass wir durch die Einführung der DRG und die damit verkürzte Verweildauer in den somatischen Disziplinen die Versorgung dieser Menschen heute nicht mehr gewährleisten können.
Ich schließe mich der Meinung von Herrn Hewer an, dass es darum geht, Strukturen zu entwickeln, die einer besseren interdisziplinären oder kooperativen Arbeit den Weg bahnen.
Noch immer ist die Kooperation von Geriatrie und Gerontopsychiatrie eher wenig entwickelt, Modelle wie Hamburg-Nord sind immer noch Einzelphänomene. Hier möchte ich unsere Gesellschaften wie Gesellschaft für Geriatrie und Gerontopsychiatrie/-psychotherapie noch einmal erinnern, dass auch bei Emanzipation beider Fächer der Geriatrie gegenüber der Inneren Medizin, der Gerontopsychiatrie gegenüber der Psychiatrie und damit der Selbstfindung wir nicht vernachlässigen dürfen, dass für die Versorgung alter Menschen eine Kooperation oder interdisziplinäre Arbeit beider Fächer unabdingbar ist.
Vielerorts gibt es bei der Entlassung älterer Menschen aus Krankenhausbehandlungen Pflegeüberleitungen, die für ambulante Pflegedienste Informationen, die in ärztlichen Dokumentationen nicht auftauchen, vermitteln, ebenso wie Menschen, die von ambulanten Pflegediensten behandelt werden, über Pflegeüberleitung die Krankenhäuser informieren.
Auch dieses System scheint mir nur in einigen Regionen gut ausgebaut zu sein. Wenn wir den gesundheitspolitischen Aspekt ambulant vor teilstationär, vor stationär, betrachten und auch die Gruppe von alten Menschen verstanden wissen, dann ist die Koordination und Kooperation von Pflege im Krankenhaus, ambulante Pflege, die Strukturen der stationären Altenhilfe, die Tagespflegeeinrichtungen, die Kurzzeitpflege, die ambulante Pflege, das System von Hausärzten, Fachärzten und Krankenhäusern und deren Ambulanzen eine notwendige Strukturbedingung.
Die Gerontopsychiatrie hat als ein wesentliches Versorgungsmerkmal das gerontopsychiatrische Zentrum als Modell entwickelt und dort, wo diese Modelle greifen, ist auch die Versorgungssituation älterer Menschen mit psychischen Erkrankungen deutlich verbessert worden. Die Weiterentwicklung von gerontopsychiatrischen Zentren müsste heutzutage heißen, eine interdisziplinäre Altersmedizin zu entwickeln, getragen vom System der Gerontopsychiatrie und Geriatrie.

Karl-Hubert Remlein
Klinische Geriatrie
Abteilung Gerontopsychiatrie
Westfälische Klinik für Psychiatrie
Postfach 33 52, 33325 Gütersloh

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