ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2003Heimische Vögel: „Die schönsten Teile der Schöpfung“

VARIA: Feuilleton

Heimische Vögel: „Die schönsten Teile der Schöpfung“

Dtsch Arztebl 2003; 100(49): A-3255 / B-2708 / C-2531

Schöning, Susanne

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Der neue Holzschnittkalender der Werkstatt am Küppel

Ohnstreitig machten die Vögel einen der schönsten Teile der Schöpfung aus, und die Natur scheint sie in ihrer besten Laune erschaffen zu haben.“ (Johann Christian von Mannlich [1741–1822], Kunstmaler, Vogelillustrator und Hofmaler des Wittelsbacher Herzogs Christian IV.) Weltweit ist jede achte Vogelart vom Aussterben bedroht. Das entspricht ungefähr zwölf Prozent der heute auf der Welt vorkommenden 9 797 verschiedenen Vogelarten. Schuld daran sind in erster Linie menschliche Aktivitäten wie Rodung von Wäldern, intensive Landwirtschaft, Fischerei, Jagd und Fang.
Allein in den letzten 200 Jahren sind 103 Arten von der Erde verschwunden, und die aktuelle Rote Liste der Brutvögel Deutschlands zeigt, dass es keinen Grund zur Entwarnung gibt. Denn im Vergleich zu der letzten Liste aus dem Jahr 1996 hat sich die Gefährdungssituation der 254 in Deutschland heimischen Arten für die wild lebenden Vögel deutlich verschlechtert. Als ungefährdet gelten nach den aktuellen Ergebnissen nur noch 113 Arten, also rund 44 Prozent der Brutvögel, wobei die stärksten Bestandsabnahmen bei den Wiesenbrütern wie Kiebitz, Uferschnepfe und Bekassine, aber auch bei Feldvogelarten wie dem Rebhuhn oder der Feldlerche zu verbuchen sind. Nur für einige Enten-, Greifvogel- und Eulenarten konnte eine Bestandserholung von zum Teil mehr als 20 Prozent gegenüber dem Jahr 1975 festgestellt werden, häufig aufgrund einer Arealausweitung oder Wiederbesiedlung ehemaliger Vorkommensgebiete, wie zum Beispiel bei Seeadler, Fischadler, Weißstorch, Kranich und Wanderfalke – eindeutig eine Auswahl von Arten, die jahrzehntelang im Mittelpunkt des Naturschutzinteresses standen.
Die zunehmende Aufmerksamkeit der Gesellschaft für die gefährdete Natur und der engagierte Einsatz von Naturliebhabern, Umweltorganisationen und Wissenschaftlern in den letzten 30 Jahren spiegelt sich auch in der Kunst wider, insbesondere in der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur und ihrer Vielfalt in der Tiermalerei.
Der 1994 für seine „Verdienste in Kunst und Ornithologie“ mit dem höchsten Orden Australiens ausgezeichnete Ornithologe, Maler und Naturschützer William T. Cooper bezeichnete als eine der wichtigsten Einsichten, die er im Laufe seines Schaffens gewonnen hat, die Erkenntnis, dass eine wirkungsvolle Naturdarstellung nicht über die Vollendung der Maltechniken zu erreichen ist, sondern dass Liebe, Verständnis und Respekt vor dem Sujet unverzichtbare Voraussetzungen sind. Das gilt in gleichem Maß auch für die Holzschnitzkunst, deren kontrastreicher Schwarzweißdruck besondere Anforderungen sowohl an das zeichnerische Talent des Künstlers stellt als auch an sein handwerkliches Geschick und sein Gespür für Form, Struktur und Dynamik der Linienführung.
Diese Herausforderung haben die jungen Künstler um die Werkstatt am Küppel angenommen und ihren neuen Kalender für das Jahr 2004 dem Thema „Heimische Vögel“ gewidmet. Ihre 13 Holzschnitte für Deckblatt und die zwölf Monate stellen Schwäne, Raben, Kranich, Bachstelzen, Pfau, Schwalben, Möwe, Eisvogel, Adler, Falke, Kormoran und Meisen dar. Dr. med. Susanne Schöning

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