ArchivDeutsches Ärzteblatt49/2003Hypertonie: Kombinationstherapie schon primär erwägen

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Hypertonie: Kombinationstherapie schon primär erwägen

Dtsch Arztebl 2003; 100(49): A-3261

Vetter, Christine

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LNSLNS Rund zwei Drittel der Hypertoniker brauchen eine Kombinationstherapie, damit annähernd normale Blutdruckwerte erreicht werden. „Wir werden deshalb künftig vermehrt diskutieren, wann man auch initial bereits mit einer Kombination von Antihypertensiva einsteigen wird“, erklärte Prof. Jürgen Scholze (Berlin) in Köln. Starte man mit einer Monotherapie, so müsse nicht selten die Dosierung später erhöht, auf einen anderen Wirkstoff umgestellt und letztlich doch eine Kombinationstherapie begonnen werden.
Für den Patienten bleibt das Gefühl, einen besonders schwer einzustellenden Blutdruck zu haben, was die langfristige Compliance nach Aussage von Scholze nicht unbedingt fördert. Er sprach sich deshalb für den frühzeitigen Einsatz von Kombinationen aus, am besten von compliancefreundlichen fixen Kombinationen der Antihypertensiva, bei der sich zwei Wirkstoffgruppen optimal ergänzen – wie die Diuretika und Angiotensin-II-Antagonisten.
Unter dem Warenzeichen Emestar® Plus (Trommsdorff Arzneimittel) steht jetzt die fixe Kombination von Eprosartan und Hydrochlorothiazid zur Verfügung. Durch die Kombination wird die blutdrucksenkende klinische Wirksamkeit nachhaltig gesteigert und auch die Responderrate, die gegenüber der Monotherapie um circa 20 Prozent auf gut 70 Prozent ansteigt. „Damit erzielen etwa 20 Prozent mehr Hypertoniker einen normalen Blutdruck“, betonte Scholze.
Die Wahl von Eprosartan hat nach seinen Worten den weiteren Vorteil, dass durch das Sartan auch ein isolierter systolischer Hochdruck gut gesenkt wird. Damit sinke zugleich der Pulsdruck, ein bislang deutlich vernachlässigter Risikofaktor für kardiovaskuläre Komplikationen. „Ein hoher Pulsdruck bedeutet für die Gefäße einen erheblichen Scherstress und das bei jedem Pulsschlag“, erläuterte Scholze. So können atherosklerotische Plaques induziert werden, was die langfristige Prognose der Betroffenen erheblich verschlechtert. In eigenen Forschungsarbeiten konnte der Berliner Wissenschaftler zeigen, dass Eprosartan frühzeitig in der Kaskade arteriosklerotischer Inflammationsprozesse die Bildung proinflammatorischer Zytokine wie TNF-a und IL-1b in Monozyten hemmt, wodurch deren Adhäsivität an das Endothel reduziert wird.
Das Sartan greife somit auf mehreren Ebenen in die pathologischen Mechanismen der Hypertonie und deren gefäßschädigenden Effekte ein und vermittele seinerseits nicht nur eine effektive Blutdrucksenkung, sondern wahrscheinlich auch eine ausgeprägte Organprotektion. Christine Vetter

Einführungspressekonferenz Emestar® Plus: „Hochdruckbehandlung mit Sartanen – Fakten von heute und Perspektiven von morgen“, veranstaltet von Trommsdorff Arzneimittel in Köln
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