ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2003Trauma und die Folgen. Band 1, Trauma und Traumabehandlung

BÜCHER

Trauma und die Folgen. Band 1, Trauma und Traumabehandlung

PP 2, Ausgabe Dezember 2003, Seite 530

Huber, Michaela

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LNSLNS Traumabehandlung: Gute Lesbarkeit
Michaela Huber: Trauma und die Folgen. Band 1, Trauma und Traumabehandlung. Junfermann Verlag, Paderborn, 2003, 288 Seiten, kartoniert, 22,50 €
Der Autorin gelingt es, einerseits ein Fachbuch mit Tiefe zu schreiben, und dennoch das Risiko fürs Getriggert-werden bei Klienten auf ein Minimum zu reduzieren.
Ein Spagat ist, die Fülle an Informationen so aufzubereiten, dass Profis der Traumatherapie noch profitieren, aber auch Kollegen, die einen Zugang zum Thema suchen, eine Chance haben. Michaela Huber bietet grundsätzliche Informationen ebenso wie Definitionen – die Gestaltung unterstreicht die gute Lesbarkeit.
Besonders wichtig erscheint, dass die Autorin sich intensiv mit dem Wesen der Dissoziation auseinander setzt und gut belegt, dass diese eine empirisch prüfbare Realität ist. Auch die Kapitel zum Thema Bindung und Trauma, Folgen für die Beziehungsfähigkeit durch frühe und anhaltende Traumatisierung, unterstreichen dies eindrucksvoll. Todeswünsche und Selbstverletzungen als Folge nicht mehr zu ertragender Lebensrealität Überlebender extremer Gewalt, beschreibt sie als nachvollziehbare Folgeprobleme. Die Autorin nähert sich diesem Thema mit großer Sensibilität. Sie beschreibt das Leid der Menschen, ohne die Sensationsgier zu bedienen. Kritisch respektvoll verdeutlicht sie die Möglichkeit fehlerhafter Erinnerungen im Detail, die dennoch nicht zur Folge haben müssen, dass damit alles als „Lüge“ oder „Erfindung“ einzuordnen sei. Auch schwer traumatisierte Menschen, die Opfer ritueller und organisierter Gewalt wurden, erscheinen hier nicht als „unglaubwürdige Spinner“ oder „Exoten“, sondern deutlich wird, dass es ein Glück in der eigenen Lebensrealität ist, dies nie erfahren zu haben. Gaby Breitenbach
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