ArchivDeutsches Ärzteblatt PP12/2003Praxisgebühr: Schiedsamt tagt

NACHRICHTEN

Praxisgebühr: Schiedsamt tagt

PP 2, Ausgabe Dezember 2003, Seite 534

Rieser, Sabine

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Über den Einzug der zehn Euro pro Quartal wird am 8. Dezember verhandelt.
Nach dem Scheitern der Verhandlungen zwischen Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und Spitzenverbänden der Krankenkassen über die Praxisgebühr wird nun das Bundesschiedsamt entscheiden, welche Regelungen beim Einzug dieser Selbstbeteiligung gelten sollen. Nach § 89 Sozialgesetzbuch V kann sich das Schlichtungsgremium aus je sieben Vertretern der Ärzte und der Krankenkassen sowie drei neutralen Personen dafür bis zu drei Monate Zeit lassen. Beobachter halten es jedoch für wahrscheinlich, dass noch vor dem 1. Januar 2004 ein Beschluss gefasst wird.
Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände, der Hartmannbund und der NAV-Virchow-Bund kritisierten in der vergangenen Woche einen Vorschlag der KBV zur Praxisgebühr, demzufolge Wunschüberweisungen von einem zum anderen Facharzt ausgeschlossen werden sollen. Die Verbände beklagten, dadurch würde das Hausarztmodell durch die Hintertür eingeführt.
Im Einzelnen geht es in der Debatte um § 24 Absatz 3 Bundesmantelvertrag. Bisher ist geregelt, dass ein Arzt einen Patienten zur Auftragsleistung, zur Konsiliaruntersuchung, zur Mit- oder Weiterbehandlung überweisen kann. Nun soll der Passus um folgenden Text ergänzt werden: „Die Überweisung eines Vertragsarztes, der zur fachärztlichen Versorgung zugelassen ist, an einen anderen zur fachärztlichen Versorgung zugelassenen Vertragsarzt einer anderen Arztgruppe oder an einen Psychologischen Psychotherapeuten beziehungsweise Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten ist nur zulässig, wenn die Überweisung der Abklärung und Behandlung von im Gebiet erhobenen Befunden dient oder die Überweisung zur Abklärung krankhafter Veränderungen notwendig ist, die anlässlich einer Untersuchung festgestellt wurden.“ In allen anderen Fällen müsste ein Patient einen Facharzt ohne Überweisung aufsuchen und erneut zehn Euro Praxisgebühr pro Quartal bezahlen.
Dr. Leonhard Hansen, Zweiter Vorsitzender der KBV, erklärte, die Vorwürfe gegen die Ergänzung seien nicht haltbar. Keinem Facharzt werde es verwehrt, die aus seiner Sicht notwendigen Überweisungen zu veranlassen. Es könne aber nicht sein, dass in Zukunft wieder „Ringüberweisungen fröhliche Urstände feiern“. Hansen bedauerte es, dass nun auch die Praxisgebühr zu einer Art Kriegsschauplatz zwischen Haus- und Fachärztefunktionären gemacht werde.
Fallbeispiele, die im Internet abgerufen werden können: www.kbv.de/themen/5215. htm Rie
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema