ArchivDeutsches Ärzteblatt47/1996Weiter- und Fortbildung von Fachpersonal in der Geriatrie

POLITIK: Aktuell

Weiter- und Fortbildung von Fachpersonal in der Geriatrie

Schlierf, Günter

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LNSLNS Der derzeit rasche und bundesweite Auf- und Ausbau geriatrischer Einrichtungen hat das Ziel, multimorbide und multidimensional, das heißt physisch, psychisch und sozial betroffene hochbetagte Patienten besser zu versorgen. Der Erfolg der Geriatriekonzepte der einzelnen Bundesländer wird ganz entscheidend davon abhängen, inwieweit eine ausreichende Zahl motivierter Mitarbeiter mit entsprechendem Fachwissen herangebildet werden kann, nachdem mit Ausnahme der Berufsgruppe Altenpflege relevante Ausbildungsgänge nicht existieren. Neben den Einrichtungen zur stationären Versorgung geriatrischer Patienten soll auch die ambulante Rehabilitation gefördert werden. Auch hier ist entsprechendes Know-how für die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen als Leiter der Reha-Teams erforderlich.
Im Bereich der ärztlichen Weiterbildung hat der Deutsche Ärztetag im Rahmen der neuen (Muster)Weiter­bildungs­ordnung die Zusatzbezeichnung "Klinische Geriatrie" für Allgemeinmediziner, Internisten und Neurologen geschaffen. Die Weiter­bildungs­ordnungen der Lan­des­ärz­te­kam­mern haben in den vergangenen Monaten das Verfahren zum Erwerb der Zusatzbezeichnung – auch unter Berücksichtigung von Übergangsfristen – festgelegt. Ein Angebot relevanter Fortbildungsveranstaltungen für Ärzte ist zeitgemäß und dringend und muß auch nichtärztlichen Mitarbeitern der geriatrischen Teams offenstehen. Dieser Aufgabe widmet sich die Akademie für Fort- und Weiterbildung von Fachpersonal in der Geriatrie am Bethanienkrankenhaus – Geriatrisches Zentrum am Klinikum der Universität Heidelberg. Sie wurde mit Hilfe des Bundesministeriums für Arbeit und Sozialordnung und des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Sozialordnung des Landes Baden-Württemberg als Pendant einer ähnlichen Einrichtung in Hamburg*) erstellt und im Mai 1995 in Betrieb genommen. Wichtigste Aufgabe ist die praxisnahe Fort- und Weiterbildung der Berufe im geriatrischen Team. Neben spezifischen Fortbildungsangeboten für die Berufsgruppen Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Sozialarbeit und Ärzte wird, als Grundstein für geriatrische Arbeit, ein multidisziplinär besetzter Basiskurs angeboten, in dem die Kursteilnehmer aus verschiedenen Berufsgruppen in enger Verknüpfung von Theorie und Praxis neben der Vermittlung von fundiertem Fachwissen die Möglichkeit haben, mit- und voneinander zu lernen und Gelerntes im Alltagsbetrieb zu erfahren und selbst zu erproben. Hierfür stehen die verschiedenen Bereiche des Geriatrischen Zentrums (Medizinisch-geriatrische Klinik, Rehabilitation, Tagesklinik, Übergangsbetreuung, Kontinenzberatungsstelle) zur Verfügung.
Innerhalb der erwähnten Übergangsfristen können die Fortbildungskurse und Seminare neben der Vermittlung von Grundlagen geriatrischer Arbeit als Qualifikationsnachweis für Antragsteller der Zusatzbezeichnung "Klinische Geriatrie" dienen. Danach sollen sie im Rahmen der zweijährigen Weiterbildung in kompakter Weise die Grundlagen geriatrischen Wissens und Handelns im Team vermitteln.


Aus dem Kursangebot


l Interdisziplinärer Basiskurs: Qualitätssicherung in der Geriatrie Zielgruppe: Das interdisziplinäre geriatrische Team
l Klinische Geriatrie
Zielgruppe: Allgemeinmediziner, Internisten und Neurologen, die die Zusatzbezeichnung "Klinische Geriatrie" erwerben wollen
l Das Geriatrische Assessment Zielgruppe: Das interdisziplinäre geriatrische Team
l Geriatrische Rehabilitation im ambulanten und klinischen Bereich Zielgruppe: niedergelassene und Klinikärzte sowie das interdisziplinäre Team
l Ein- bis zweitägige Seminare und Kurse zu verschiedenen geriatrischen Themen


Anschrift des Verfassers:
Prof. Dr. med. Günter Schlierf
Heidelberg
Akademie für Fort- und Weiterbildung
Bethanien-Krankenhaus
Geriatrisches Zentrum
Rohrbacher Straße 149
69126 Heidelberg
Telefon 0 62 21/31 93 51
Fax 31 93 50

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